M: ALTER MESSPLATZ 2030
Plan 27: Alter Messplatz
Verkehr:
B31Ost : Ab Stadthalle zweispuriger 50km/h Stadttunnel. Führung des Zielverkehrs zum Mittel- und Nordzubringer auf der zweispurigen 50km/h 'Freiburger Allee' entlang der Höllentalbahn nach dem Prinzip Bündelung Schiene/Strasse. Auf diese Spange setzen alle Bundes-, Kreis-, Landstraßen auf.
Anschluss der Stadtteile Oberau, Oberwiehre und Waldsee neben der Stadthalle für reinen 25 km Quartier-Verkehr auf dem rückgebauten alten Straßennetz. Diese Straßen können in kurzen Abständen überschritten werden. Die Anschlüsse werden mit Straßenschildern versehen, welche die Selbständigkeit der Stadtteile symbolisieren.
Stadtteil Oberwiehre - Zentrum Mariahilfkirche/kapelle - Stadthalle
Stadtteil Oberau - Musikhochschule, DFG, Berthold-Gymnasium, Sportanlagen
Stadtteil Waldsee - Dreifaltigkeitskirche, Friedhof Bergäcker, Mösle-Stadion
Die Unterführungen Hirzbergstr. Fabrikstrasse und Ganter werden geschlossen. Die eingesparten Kosten der vierspurigen Untertunnelung werden für eine fußgängerfreundliche Ausstattung des vorhandenen Straßenraumes verwendet. Grosse Baumassnahmen sind nicht erforderlich, das System kann mit Regeln der STVO errichtet werden.
Statistik:
Klare Definierung der Stadtteile Oberau, Oberwiehre und Waldsee als in sich geschlossene stadtpolitische Einheiten mit klarer Zugehörigkeit der Bürger als Maßnahme des Amts für Statistik und Einwohnerwesen.
Das Gebiet zwischen Schwarzwaldstr.- Schützenallee und Möslestraße ist als Gesamtheit zu erfassen und zu planen. Der Zwickel westlich der Knopfhäusle um die Mariahilfkapelle und den Schützen, sowie gegenüber der Mariahilfkirche und der Turnseeschule als historisierende Bauwerke, ist als identifikatorische Kulisse der städtebaulich bevorzugte Ort für das neue Stadtteilzentrum.
Zu kritisieren ist, dass den Teilnehmern des Workshops kein Gesamtplan etwa 1:1000 der betroffenen Stadtteile und der Situation zwischen Hirzberg und Glümerhöhe zur Verfügung stand.
Einkaufszentrum:
Das Einzelhandelszentrum sollte architektonisch in der Gesamtform eines Bazars entwickelt werden. Die Anlage ist nach unterschiedlichen Sortimenten (Nahrungsmittel, Kleider, Gerät, usw.) kleinteilig zu gliedern und mit privaten Läden zu durchmischen, sie ist auf den Wegen mit Pergolen zu überdecken, um Licht und Schatten zu regulieren. Der Grünzug zum Knopfhäusle-Anger ist in den Bazar fortzusetzen. Zwischen Schützen und Mariahilfkapelle ist das symbolische Zentrum anzulegen. Durch Verlagerung des Einkaufszentrums nach Westen wird mehr Platz für den Wohnungsbau und Grünzug frei.
Bebauung:
Siehe unten.: Protest, Nachbarschaft Alter Messplatz.
Stadthalle:
Notwendige Parkierung unterirdisch anlegen. Es geht nicht an, die Stadt hier aus seiner Verpflichtung zu entlassen, eine früher hingenommene Lösung muss heute aufgearbeitet werden. Jedem privaten Bauherrn wird auferlegt, sich bei nachträglichen Änderungen der Bausubstanz der Garagenordnung (hier die VSTO) zu unterwerfen. Autofreies Neubauviertel.
Haltestelle Breisgau S-Bahn:
Gegenüber Stadthalle, auch von dem Tunnel Schützenallee erreichbar (Pendler).
Grünzug Hirzbergspange:
Die alte Grünspange zwischen Hirzberg und Glümerhöhe ist wieder herzustellen. Hierbei fordert ein mit beherrschenden, vegetabilen, organischen Formen sich darstellendes Grün seine Rückkehr. In großen richtungs- und formgebenden Schleifen durchzieht es vom Hirzberg zwischen den Inseln der Bauten des Kepler- und DFG-Gymnasiums, der Musikhochschule und der Stadthalle bis in die letzten Winkel wuchernde, gärtnerisch gestaltete Vegetation über die Straßen- und Gleiskörper bis zum Stadtwald im Süden. Ein wichtiges Ziel ist die Einbindung der historisierenden Kulissen des Lycée Turenne, der Emil Thomaschule und der Mariahilfkirche/Kapelle.
Der große Grünzug wird durch flache, schneckenhausförmige Wasserbecken klimatisch gestützt und stellt die Verbindung zum Deichleweiher, Waldsee und Hirzbergbach her. Die Straßen werden als Alleen bepflanzt, die nur unterbrochen werden, wo Raum und Kulisse herausgehoben werden.
Stadtgarten Waldsee:
Im Gegensatz zur geometrischen Architektur sollen die vegetabilen Formen des Grüns und der muschelschalenartigen Wasserbecken die Rückkehr der Natur bis in die Innenhöfe und letzten Winkel des Stadtteilzentrums bei Mariahilf symbolisieren und das Klima durch die Grünspange vom Hirzberg über DFG, der Musikhochschule und Stadthalle zum Waldsee verbessern. Dabei dient das Layout zur Inspiration der Gartenarchitekten, den Leitlinien mit Pflanzkübeln, Blumentöpfen, Rasenflächen, Bächle usw. zu folgen.
Historisch:
Dieser Vorschlag bewahrt das Alte, setzt das Neue unter die Ordnung einer demokratischen Stadt- und Verkehrsentwicklung und zieht den notwendigen Schlussstrich unter die unselige Stadtplanung der Vergangenheit. Darüber hinaus kann die Neuordnung mit geringeren, mehr oder weniger administrativen Kosten im Gegensatz zu den geplanten gigantischen Lösungen verwirklicht werden.
P R O T E S T 1.9.2000
Vorstudie zur Ausschreibung des Wettbewerbes 'Alter Messplatz' (27ff.)
Um es klarzustellen: Die Durchführung von Bürgerbeteiligung in Form eines Workshops und eines Architektenwettbewerbes ist wichtig und wird nicht in Frage gestellt, dies führt zu einer Optimierung der politischen und fachlichen Entscheidungen. Mit dem Protest geht es um die mangelnden Berücksichtigungen von Anregungen des Workshops, der Isolierung der Aufgabe auf das zu verwertende Grundstück statt auf das gesamte Gebiet zwischen Schwarzwald-/Mösle-Straße/Schützenallee, sowie des Fehlens der Darstellung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadt/Verkehrsentwicklung. Die Auslobung des Wettbewerbes ist verfrüht, sie kann die Ziele der 'Stadt 2030' und des FNP 2010 nicht berücksichtigen und hat weder die Leitziele der Freiburger AGENDA21, noch die Grundsätze einer 'Demokratischen Stadtentwicklung, noch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Workshop berücksichtigt. Es entsteht der Eindruck, es gehe nur darum, 30 Millionen DM in die Stadtkasse zu bringen.
Demokratische Stadtentwicklung.
Die bisherige Stadtplanung beruht auf vordemokratischen Vorstellungen einer zentralistisch gedachten Stadt. Demokratische Stadtentwicklung der Zukunft hingegen besteht im demokratischen Ausgleich der Kräfte zwischen Oberzentrum und den 28 historisch gewachsenen Stadtteilen und 14 Sondergebieten. Diese finden ihre Identität als Nachbarschaften innerhalb des Verbandes der Gesamtstadt. Die Stadtteile bestehen aus 25km/h Wohn/Arbeitsbereichen, mit einem politisch-kulturell-ökonomischen Kernbereich in der Fußgängerzone, einem integrierten Verkehrssystem von ÖPNV und dem bestehenden Straßennetz (kein Durchgangsverkehr) sowie einem Anschluss an die 50km/h 'Freiburger-Allee'.
Der Freiburger Osten.
Das Wettbewerbsgebiet steht im Verbund mit den Stadtteilen Wiehre, Oberau und Waldsee. Während die Ausdehnung der Stadtteile Wiehre und Oberau noch zu definieren ist, setzt sich der Stadtteil Oberau durch die (wiederherzustellende) Grünspange Hirzberg/Waldsee ab. Der städtebauliche Schwerpunkt im Stadtteil Oberau liegt im Bereich Mariahilf.
Verkehr
Der Stadtteil erhält mit der Haltestelle Stadthalle der Breisgau-Bahn einen regionalen und mit der Stadtbahn-Haltestelle im Stadtteilzentrum Mariahilf je einen überregionalen und lokalen ÖPNV-Anschluss. Durch den neuen Vollanschluss des B31-Tunnels an der Stadthalle und den Anfang der 50km/h 'Freiburger Allee' entlang der Höllentalbahn zum Bahnhof und N-Zubringer sind die Stadtteile Oberau-Waldsee mit allen anderen Stadtteilen straßenverkehrsmäßig und überregional verbunden. Vorhandene 25km/h Straßen und Wege im Quartier, wo sie nicht rückgebaut werden, bleiben erhalten. Sie werden allerdings durch Maßnahmen der STVO neu organisiert und mit einer fußgängerfreundlichen Oberfläche ausgestattet, um deutlich zu machen, dass Fußgänger und Radfahrer Priorität haben. Da insgesamt erwartet wird, dass der MIV stark zurückgeht und Parkplätze im Straßenraum nahezu aufgehoben werden, ist das Straßenbild von Fußgängern, Radfahrern, Taxen und Elektrobussen bestimmt, weil letztere in den Stadtteilen bis zum überregionalen ÖPNV gebührenfrei werden.
Alter Messplatz, Verkehr.
Der überregionale Schienenverkehr ist auf der zukünftigen Rheintalstrecke mit dem neuen Hauptbahnhof und der Kreuzung Breisgau S-Bahn nach Breisach geplant. Der regionale ÖPNV wird auf der Breisgau S-Bahn u.a. ins Höllental geführt. Die Breisgau S-Bahnhöfe Littenweiler und Wiehre werden durch eine Haltestelle 'Alter Messplatz' ergänzt, insbesondere um die Stadthalle mit bis zu 5000 Besuchern, die Musikhochschule, das DFG und BG und die Massensportanlagen entlang der Dreisam anzubinden. Besitz und Betrieb der Breisgau S-Bahn werden in Zukunft ausgesondert. Der lokale ÖPNV auf der Freiburger Stadtbahn nach Kappel wird um die neue Haltestelle bei Mariahilf erweitert. Hier wird auch die zukünftige Querverbindung mit der Haslacher Stadtbahn von der Johanneskirche einmünden, um die Linien auf dem Bertoldbrunnen zu entlasten.
Der überregionale O/W-Straßenverkehr wird unterirdisch bis zur Schnewlinbrücke geführt. Die halben Aus/Einfahrten bei Mariahilf werden zugunsten eines Vollanschlusses an der Stadthalle aufgegeben (Die Einfahrt auch nach den jetzigen Plänen Richtung Ganter verlegt).
Die Grünspange vom Hirzberg zum Waldsee wird als Rand der Bebauung Oberau/Waldsee deutlich gemacht und die Mösle/Hirzbergstraße als Anschluss der O/W Stadtteile, der regionalen Einrichtungen von Stadthalle/-Musikhochschule/DFG, sowie der Massensportanlagen an der Dreisam aufgewertet.
An der Stadthalle setzt auch die Bündelung von Schienen/Straßenverkehr mit der 50km/h 'Freiburger Allee' für die Stadtteile Oberau/Waldsee entlang der Höllentalbahn zum Bahnhof Freiburg bis zum N-Zubringer an. Das bestehende Straßennetz wird 25km/h rückgebaut. Das heißt: Der ÖPNV wird in Zukunft Haupttransportmittel und der MIV wird auf ein Minimum reduziert.
Alter Messplatz, Bebauung
Diese bisher überregionale Einrichtung wird nach seiner Bebauung mit 15.000 qm BGF und ca.500 EW voll in den Stadtteil Oberau mit derzeit etwa 6.011 EW (AfSuE) integriert. Der Messplatz darf deshalb nicht isoliert, sondern muss als Teil der Oberau gesehen werden. Sein Schwerpunkt bei Mariahilf muss als Zentrum des Stadtteils entwickelt werden, dazu ist ein über 120 m langes EKZ an der Schwarzwaldstrasse nicht geeignet, weil es dort den Stadtteil zerschneidet, die Bildung eines Schwerpunktes schwächt und bei Mariahilf eine Verkehrsbrache entstehen lässt. Die Anordnung eines isolierten EKZ zwischen den Knopfhäusle und der neu geplanten Wohnbebauung erzeugt unnötige Unruhe und behindert die Entwicklung der Identität des Stadtteils. Die Verbindung der kulturellen, bürgerschaftlichen und kommerziellen Einrichtungen und die konsequente Gestaltung eines Wohn/Arbeitsbereiches ist deshalb geboten. So lassen sich auch die Ideen und Anregungen der Workshops realisieren. Die Skizze zeigt in symbolischen Bauformen zwei durch die Knopfhäusle verbundene Bereiche: Das aufgewertete Stadtteilzentrum bei Mariahilf, den Wohn/Arbeitsbereich im Westen des Messplatzes und dazu die Wiederherstellung der Grünspange Hirzberg/Waldsee.
Stadtteilzentrum Mariahilf.
Dargestellt ist die Überdeckelung der Verkehrsbrache an der Tunnelaus-/-einfahrt (letztere wird ohnedies wie geplant bei Verlängerung des Tunnels verlagert) und der neuen Stadtbahn-Haltestelle Mariahilf mit einer Mischung von Bazar mit zahlreichen Einzelhandelsläden, einem Supermarkt und den bürgerschaftlichen Einrichtungen, darüber eine Hochgarage und Serviceeinrichtungen.
Über der S-Bahn-Haltestelle im Erdgeschoss ragen die auskragenden Geschossflächen des Bazars bis auf der Gehweg der rückgebauten Schwarzwaldstrasse und Schützenallee und ermöglichen einen kreuzungsfreien Zugang über Rampen/Treppen/Aufzüge zum Bazar (siehe Hauptbahnhof). Das EKZ wird als Bazar gestaltet, in dem die unterschiedlichen Angebote kleinteilig dargeboten werden. Das EKZ wird vom darüber liegenden nicht überdachten Park/Servicegeschoss versorgt und über eine Spindel bei der Tankstelle erschlossen. Über der W-Spitze ragt das Wahrzeichen des Stadtteils Oberau. Zahlreiche Atriumhöfe bringen Licht und Grün in das Innere der Plattformen. Die Plattform über dem Kreisverkehr an der SO-Ecke geht als Arena auf den Platz zwischen Mariahilf, Schützen und Seminar über. Neben der ÖPNV-Haltestelle Mariahilf bildet sich sich vor der Kulisse von Kirche, Seminar (Musikschule), Emil-Thoma-Schule, Mariahilfkapelle und Schützen ein forumartiger Platz im gewachsenen Schwerpunkt der Oberau.
Nachbarschaft 'Alter Messplatz'.
Auf dem W-Teil entwickeln sich diagonal über den ehemaligen Platz vom Ende der Bebauung an der Schwarzwaldstrasse zu den Knopfhäusle sechs Quartiere mit drei Doppelgeschossen von Maisonette-Wohnungen um grüne Innenhöfe und zugeordneten Arbeitsstätten. Die Konstruktion lässt variable Grundrisse von 1/2/3 Zimmer-Wohnungen zu. Jedes Quartier soll in anderen Materialien, Farben und Grundrissen von unterschiedlichen Architekten und Bauträgern ausgeführt werden. Die Baukörper bestehen aus einem hohen Hauptbau in O/W-Richtung, um die Einflüsse des Höllentälers wirken zu lassen. Der Mittelbau in SO-Richtung ist um ein Drittel, der Flachbau in O-Richtung um zwei Drittel niedriger. Begrünte gemeinschaftliche Dachterrassen begleiten die einzelnen Stufen bis zur gemeinschaftlichen Tiefgarage im UG. Entlang der Schützenallee sind eine Reihe Stadthaus-Komplexe mit je sechs WE und vor der Stadthalle drei Kioskgruppen angeordnet.
Leserbriefe, ; Beiträge, , ; Erklärungen Stellungnahmen zum Auslobungstext des Wettbewerbes 'Alter Messplatz' und zum Bebauungsplan 'Alter Messplatz'