Vision 2030

M: ALTER MESSPLATZ 2030

Alter Messplatz
Plan 27: Alter Messplatz

Verkehr:

B31Ost : Ab Stadthalle zweispuriger 50km/h Stadttunnel. Führung des Zielverkehrs zum Mittel- und Nordzubringer auf der zweispurigen 50km/h 'Freiburger Allee' entlang der Höllentalbahn nach dem Prinzip Bündelung Schiene/Strasse. Auf diese Spange setzen alle Bundes-, Kreis-, Landstraßen auf.

Anschluss der Stadtteile Oberau, Oberwiehre und Waldsee neben der Stadthalle für reinen 25 km Quartier-Verkehr auf dem rückgebauten alten Straßennetz. Diese Straßen können in kurzen Abständen überschritten werden. Die Anschlüsse werden mit Straßenschildern versehen, welche die Selbständigkeit der Stadtteile symbolisieren.

Stadtteil Oberwiehre - Zentrum Mariahilfkirche/kapelle - Stadthalle

Stadtteil Oberau - Musikhochschule, DFG, Berthold-Gymnasium, Sportanlagen

Stadtteil Waldsee - Dreifaltigkeitskirche, Friedhof Bergäcker, Mösle-Stadion

Die Unterführungen Hirzbergstr. Fabrikstrasse und Ganter werden geschlossen. Die eingesparten Kosten der vierspurigen Untertunnelung werden für eine fußgängerfreundliche Ausstattung des vorhandenen Straßenraumes verwendet. Grosse Baumassnahmen sind nicht erforderlich, das System kann mit Regeln der STVO errichtet werden.

Statistik:

Klare Definierung der Stadtteile Oberau, Oberwiehre und Waldsee als in sich geschlossene stadtpolitische Einheiten mit klarer Zugehörigkeit der Bürger als Maßnahme des Amts für Statistik und Einwohnerwesen.

Das Gebiet zwischen Schwarzwaldstr.- Schützenallee und Möslestraße ist als Gesamtheit zu erfassen und zu planen. Der Zwickel westlich der Knopfhäusle um die Mariahilfkapelle und den Schützen, sowie gegenüber der Mariahilfkirche und der Turnseeschule als historisierende Bauwerke, ist als identifikatorische Kulisse der städtebaulich bevorzugte Ort für das neue Stadtteilzentrum.

Zu kritisieren ist, dass den Teilnehmern des Workshops kein Gesamtplan etwa 1:1000 der betroffenen Stadtteile und der Situation zwischen Hirzberg und Glümerhöhe zur Verfügung stand.

Einkaufszentrum:

Das Einzelhandelszentrum sollte architektonisch in der Gesamtform eines Bazars entwickelt werden. Die Anlage ist nach unterschiedlichen Sortimenten (Nahrungsmittel, Kleider, Gerät, usw.) kleinteilig zu gliedern und mit privaten Läden zu durchmischen, sie ist auf den Wegen mit Pergolen zu überdecken, um Licht und Schatten zu regulieren. Der Grünzug zum Knopfhäusle-Anger ist in den Bazar fortzusetzen. Zwischen Schützen und Mariahilfkapelle ist das symbolische Zentrum anzulegen. Durch Verlagerung des Einkaufszentrums nach Westen wird mehr Platz für den Wohnungsbau und Grünzug frei.

Bebauung:

Siehe unten.: Protest, Nachbarschaft Alter Messplatz.

Stadthalle:

Notwendige Parkierung unterirdisch anlegen. Es geht nicht an, die Stadt hier aus seiner Verpflichtung zu entlassen, eine früher hingenommene Lösung muss heute aufgearbeitet werden. Jedem privaten Bauherrn wird auferlegt, sich bei nachträglichen Änderungen der Bausubstanz der Garagenordnung (hier die VSTO) zu unterwerfen. Autofreies Neubauviertel.

Haltestelle Breisgau S-Bahn:

Gegenüber Stadthalle, auch von dem Tunnel Schützenallee erreichbar (Pendler).

Grünzug Hirzbergspange:

Die alte Grünspange zwischen Hirzberg und Glümerhöhe ist wieder herzustellen. Hierbei fordert ein mit beherrschenden, vegetabilen, organischen Formen sich darstellendes Grün seine Rückkehr. In großen richtungs- und formgebenden Schleifen durchzieht es vom Hirzberg zwischen den Inseln der Bauten des Kepler- und DFG-Gymnasiums, der Musikhochschule und der Stadthalle bis in die letzten Winkel wuchernde, gärtnerisch gestaltete Vegetation über die Straßen- und Gleiskörper bis zum Stadtwald im Süden. Ein wichtiges Ziel ist die Einbindung der historisierenden Kulissen des Lycée Turenne, der Emil Thomaschule und der Mariahilfkirche/Kapelle.

Der große Grünzug wird durch flache, schneckenhausförmige Wasserbecken klimatisch gestützt und stellt die Verbindung zum Deichleweiher, Waldsee und Hirzbergbach her. Die Straßen werden als Alleen bepflanzt, die nur unterbrochen werden, wo Raum und Kulisse herausgehoben werden.

Stadtgarten Waldsee:

Im Gegensatz zur geometrischen Architektur sollen die vegetabilen Formen des Grüns und der muschelschalenartigen Wasserbecken die Rückkehr der Natur bis in die Innenhöfe und letzten Winkel des Stadtteilzentrums bei Mariahilf symbolisieren und das Klima durch die Grünspange vom Hirzberg über DFG, der Musikhochschule und Stadthalle zum Waldsee verbessern. Dabei dient das Layout zur Inspiration der Gartenarchitekten, den Leitlinien mit Pflanzkübeln, Blumentöpfen, Rasenflächen, Bächle usw. zu folgen.

Historisch:

Dieser Vorschlag bewahrt das Alte, setzt das Neue unter die Ordnung einer demokratischen Stadt- und Verkehrsentwicklung und zieht den notwendigen Schlussstrich unter die unselige Stadtplanung der Vergangenheit. Darüber hinaus kann die Neuordnung mit geringeren, mehr oder weniger administrativen Kosten im Gegensatz zu den geplanten gigantischen Lösungen verwirklicht werden.

P R O T E S T 1.9.2000

Vorstudie zur Ausschreibung des Wettbewerbes 'Alter Messplatz' (27ff.)

Um es klarzustellen: Die Durchführung von Bürgerbeteiligung in Form eines Workshops und eines Architektenwettbewerbes ist wichtig und wird nicht in Frage gestellt, dies führt zu einer Optimierung der politischen und fachlichen Entscheidungen. Mit dem Protest geht es um die mangelnden Berücksichtigungen von Anregungen des Workshops, der Isolierung der Aufgabe auf das zu verwertende Grundstück statt auf das gesamte Gebiet zwischen Schwarzwald-/Mösle-Straße/Schützenallee, sowie des Fehlens der Darstellung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadt/Verkehrsentwicklung. Die Auslobung des Wettbewerbes ist verfrüht, sie kann die Ziele der 'Stadt 2030' und des FNP 2010 nicht berücksichtigen und hat weder die Leitziele der Freiburger AGENDA21, noch die Grundsätze einer 'Demokratischen Stadtentwicklung, noch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Workshop52 berücksichtigt. Es entsteht der Eindruck, es gehe nur darum, 30 Millionen DM in die Stadtkasse zu bringen.

Demokratische Stadtentwicklung.

Die bisherige Stadtplanung beruht auf vordemokratischen Vorstellungen einer zentralistisch gedachten Stadt. Demokratische Stadtentwicklung der Zukunft hingegen besteht im demokratischen Ausgleich der Kräfte zwischen Oberzentrum und den 28 historisch gewachsenen Stadtteilen und 14 Sondergebieten. Diese finden ihre Identität als Nachbarschaften innerhalb des Verbandes der Gesamtstadt. Die Stadtteile bestehen aus 25km/h Wohn/Arbeitsbereichen, mit einem politisch-kulturell-ökonomischen Kernbereich in der Fußgängerzone, einem integrierten Verkehrssystem von ÖPNV und dem bestehenden Straßennetz (kein Durchgangsverkehr) sowie einem Anschluss an die 50km/h 'Freiburger-Allee'.

Der Freiburger Osten.

Das Wettbewerbsgebiet steht im Verbund mit den Stadtteilen Wiehre, Oberau und Waldsee. Während die Ausdehnung der Stadtteile Wiehre und Oberau noch zu definieren ist, setzt sich der Stadtteil Oberau durch die (wiederherzustellende) Grünspange Hirzberg/Waldsee ab. Der städtebauliche Schwerpunkt im Stadtteil Oberau liegt im Bereich Mariahilf.

Verkehr

Der Stadtteil erhält mit der Haltestelle Stadthalle der Breisgau-Bahn einen regionalen und mit der Stadtbahn-Haltestelle im Stadtteilzentrum Mariahilf je einen überregionalen und lokalen ÖPNV-Anschluss. Durch den neuen Vollanschluss des B31-Tunnels an der Stadthalle und den Anfang der 50km/h 'Freiburger Allee' entlang der Höllentalbahn zum Bahnhof und N-Zubringer sind die Stadtteile Oberau-Waldsee mit allen anderen Stadtteilen straßenverkehrsmäßig und überregional verbunden. Vorhandene 25km/h Straßen und Wege im Quartier, wo sie nicht rückgebaut werden, bleiben erhalten. Sie werden allerdings durch Maßnahmen der STVO neu organisiert und mit einer fußgängerfreundlichen Oberfläche ausgestattet, um deutlich zu machen, dass Fußgänger und Radfahrer Priorität haben. Da insgesamt erwartet wird, dass der MIV stark zurückgeht und Parkplätze im Straßenraum nahezu aufgehoben werden, ist das Straßenbild von Fußgängern, Radfahrern, Taxen und Elektrobussen bestimmt, weil letztere in den Stadtteilen bis zum überregionalen ÖPNV gebührenfrei werden.

Alter Messplatz, Verkehr.

Der überregionale Schienenverkehr ist auf der zukünftigen Rheintalstrecke mit dem neuen Hauptbahnhof und der Kreuzung Breisgau S-Bahn nach Breisach geplant. Der regionale ÖPNV wird auf der Breisgau S-Bahn u.a. ins Höllental geführt. Die Breisgau S-Bahnhöfe Littenweiler und Wiehre werden durch eine Haltestelle 'Alter Messplatz' ergänzt, insbesondere um die Stadthalle mit bis zu 5000 Besuchern, die Musikhochschule, das DFG und BG und die Massensportanlagen entlang der Dreisam anzubinden. Besitz und Betrieb der Breisgau S-Bahn werden in Zukunft ausgesondert. Der lokale ÖPNV auf der Freiburger Stadtbahn nach Kappel wird um die neue Haltestelle bei Mariahilf erweitert. Hier wird auch die zukünftige Querverbindung mit der Haslacher Stadtbahn von der Johanneskirche einmünden, um die Linien auf dem Bertoldbrunnen zu entlasten.

Der überregionale O/W-Straßenverkehr wird unterirdisch bis zur Schnewlinbrücke geführt. Die halben Aus/Einfahrten bei Mariahilf werden zugunsten eines Vollanschlusses an der Stadthalle aufgegeben (Die Einfahrt auch nach den jetzigen Plänen Richtung Ganter verlegt).

Die Grünspange vom Hirzberg zum Waldsee wird als Rand der Bebauung Oberau/Waldsee deutlich gemacht und die Mösle/Hirzbergstraße als Anschluss der O/W Stadtteile, der regionalen Einrichtungen von Stadthalle/-Musikhochschule/DFG, sowie der Massensportanlagen an der Dreisam aufgewertet.

An der Stadthalle setzt auch die Bündelung von Schienen/Straßenverkehr mit der 50km/h 'Freiburger Allee' für die Stadtteile Oberau/Waldsee entlang der Höllentalbahn zum Bahnhof Freiburg bis zum N-Zubringer an. Das bestehende Straßennetz wird 25km/h rückgebaut. Das heißt: Der ÖPNV wird in Zukunft Haupttransportmittel und der MIV wird auf ein Minimum reduziert.

Alter Messplatz, Bebauung

Diese bisher überregionale Einrichtung wird nach seiner Bebauung mit 15.000 qm BGF und ca.500 EW voll in den Stadtteil Oberau mit derzeit etwa 6.011 EW (AfSuE) integriert. Der Messplatz darf deshalb nicht isoliert, sondern muss als Teil der Oberau gesehen werden. Sein Schwerpunkt bei Mariahilf muss als Zentrum des Stadtteils entwickelt werden, dazu ist ein über 120 m langes EKZ an der Schwarzwaldstrasse nicht geeignet, weil es dort den Stadtteil zerschneidet, die Bildung eines Schwerpunktes schwächt und bei Mariahilf eine Verkehrsbrache entstehen lässt. Die Anordnung eines isolierten EKZ zwischen den Knopfhäusle und der neu geplanten Wohnbebauung erzeugt unnötige Unruhe und behindert die Entwicklung der Identität des Stadtteils. Die Verbindung der kulturellen, bürgerschaftlichen und kommerziellen Einrichtungen und die konsequente Gestaltung eines Wohn/Arbeitsbereiches ist deshalb geboten. So lassen sich auch die Ideen und Anregungen der Workshops realisieren. Die Skizze zeigt in symbolischen Bauformen zwei durch die Knopfhäusle verbundene Bereiche: Das aufgewertete Stadtteilzentrum bei Mariahilf, den Wohn/Arbeitsbereich im Westen des Messplatzes und dazu die Wiederherstellung der Grünspange Hirzberg/Waldsee.

Stadtteilzentrum Mariahilf.

Dargestellt ist die Überdeckelung der Verkehrsbrache an der Tunnelaus-/-einfahrt (letztere wird ohnedies wie geplant bei Verlängerung des Tunnels verlagert) und der neuen Stadtbahn-Haltestelle Mariahilf mit einer Mischung von Bazar mit zahlreichen Einzelhandelsläden, einem Supermarkt und den bürgerschaftlichen Einrichtungen, darüber eine Hochgarage und Serviceeinrichtungen.

Über der S-Bahn-Haltestelle im Erdgeschoss ragen die auskragenden Geschossflächen des Bazars bis auf der Gehweg der rückgebauten Schwarzwaldstrasse und Schützenallee und ermöglichen einen kreuzungsfreien Zugang über Rampen/Treppen/Aufzüge zum Bazar (siehe Hauptbahnhof). Das EKZ wird als Bazar gestaltet, in dem die unterschiedlichen Angebote kleinteilig dargeboten werden. Das EKZ wird vom darüber liegenden nicht überdachten Park/Servicegeschoss versorgt und über eine Spindel bei der Tankstelle erschlossen. Über der W-Spitze ragt das Wahrzeichen des Stadtteils Oberau. Zahlreiche Atriumhöfe bringen Licht und Grün in das Innere der Plattformen. Die Plattform über dem Kreisverkehr an der SO-Ecke geht als Arena auf den Platz zwischen Mariahilf, Schützen und Seminar über. Neben der ÖPNV-Haltestelle Mariahilf bildet sich sich vor der Kulisse von Kirche, Seminar (Musikschule), Emil-Thoma-Schule, Mariahilfkapelle und Schützen ein forumartiger Platz im gewachsenen Schwerpunkt der Oberau.

Nachbarschaft 'Alter Messplatz'.

Auf dem W-Teil entwickeln sich diagonal über den ehemaligen Platz vom Ende der Bebauung an der Schwarzwaldstrasse zu den Knopfhäusle sechs Quartiere mit drei Doppelgeschossen von Maisonette-Wohnungen um grüne Innenhöfe und zugeordneten Arbeitsstätten. Die Konstruktion lässt variable Grundrisse von 1/2/3 Zimmer-Wohnungen zu. Jedes Quartier soll in anderen Materialien, Farben und Grundrissen von unterschiedlichen Architekten und Bauträgern ausgeführt werden. Die Baukörper bestehen aus einem hohen Hauptbau in O/W-Richtung, um die Einflüsse des Höllentälers wirken zu lassen. Der Mittelbau in SO-Richtung ist um ein Drittel, der Flachbau in O-Richtung um zwei Drittel niedriger. Begrünte gemeinschaftliche Dachterrassen begleiten die einzelnen Stufen bis zur gemeinschaftlichen Tiefgarage im UG. Entlang der Schützenallee sind eine Reihe Stadthaus-Komplexe mit je sechs WE und vor der Stadthalle drei Kioskgruppen angeordnet.

Leserbriefe53, 54; Beiträge55, 56, 57; Erklärungen58 Stellungnahmen zum Auslobungstext des Wettbewerbes 'Alter Messplatz'59 und zum Bebauungsplan 'Alter Messplatz'


52 Zimmermann, B. Dokumentation der Zukunftswerkstätten 'Alter Messplatz',1998
Ergebnis der Bürgerbeteiligung in den Workshops, s. 1 bis 75.
53 Leserbriefe zum Thema Bebauung 'Alter Messplatz' an BZ v. 24.3.99 und Freiburg zum Sonntag 28.3.99.
Die beteiligten Bürger fühlen sich betrogen. Es ist ein Skandal wie mit dem Engagement der TeilnehmerInnen der Zukunftswerkstätten vom 13.3 und 27/28.3.98 sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom Investor umgegangen wird. Die Vorgaben des Gemeinderates in der Drucksache G 97217.1 und die Ergebnisse der Workshops werden missachtet und geradezu auf den Kopf gestellt. Dieses Vorgehen zeigt erneut das perfide Verständnis der Stadtverwaltung und ihrer Kontrahenten von Bürgerbeteiligung. Es demonstriert einmal mehr und deshalb typisch die autoritäre, undemokratische und unfaire Art mit den Interessen der freien Bürger/Innen umzugehen. Es ist die Methode, mit der die Stadtverwaltung seit Jahrzehnten das Engagement der Bürger/Innen entmutigt und abwürgt, um sich zuletzt darüber noch zu beklagen. Die beteiligten BügerInnen werden zu Alibi-Statisten bei wichtigen Planungen, bei Bedenken und Anregungen im Rahmen von Flächennutzung/ Bebauungsplänen, Anhörungen usw. herabgewürdigt und missbraucht. Mahnende Beispiele sind die KTS, die Überbauung des Bahnhofs, die B31 mitsamt Stadttunnel usw. Am Ende macht die Verwaltung kraft autoritärer Willkür doch was sie will. Der gesamte Beitrag zum Thema 'Alter Messplatz' ist im Internet unter http://freiburg2000.rieth.de zu finden.
54 Alter Messplatz: Ein Skandal ohne Ende
Nicht nur die engagierte Bürgerschaft sondern nun auch der Gemeinderat wurde hinters Licht geführt. Abgesehen davon dass die Beschluss-Entwürfe der Verwaltung erst nach der Sitzung bei einem Teil der Gemeinderäte einging, enthält die Vorlage schöngefärbte, mangelhafte und falsche Darstellungen der Ausgangslage: Nichts, aber auch gar nichts ist von den Vorstellungen der Workshop-Teilnehmer in die Ausschreibung des Wettbewerbs eingegangen, das vom Bund mit einer halben Million geförderte Forschungsprojekt wurde ein Flop, das mit der Durchführung beauftrage Büro war unfähig, der Architekten-Wettbewerb wurde aus der Förderung gestrichen, die Teilnahme extrem begrenzt und reduziert, im Preisgericht saßen neben Vertretern des bankrotten Investors, einige die im Hintergrund Beteiligte sind, die Bürgerbeteiligung reduzierte sich auf handverlesene Institutionen. Die Ausführungen zur Lokalen Agenda 21, zur Bürgerbeteiligung, sowie die schematische Vorführung sachkundiger EinwohnerInnen und Sachverständigen sind gebetsmühlenhaft und ohne Bezug auf ihr reales Engagement. Die Verdauung des Messkloses wird ihren Abnickern, Initiatoren und Investoren wohl noch einige Probleme machen, die Erfahrungen der Bürger bei der Durchsetzung der B31-Ost sind nicht vergessen. Dr. J.H.Immo Kirsch
55 Beitrag Als Teilnehmer des Workshops vom März letzten Jahres frage ich mich, wie es zu dieser katastrophalen Fehlleistung des Investors kommen kann. Das sieht wieder einmal aus nach der städtischen Vorstellung von Bürgerbeteiligung, wo offenbar als Alibi ein so genanntes Bürgerforum von interessanten zusammengerufen wird, die ein Nutzungskonzept erarbeiten, das aber offenbar nicht den Anforderungen des Forschungsprojektes entspricht. So wurden im märt '98 dann die Workshops gestartet, für Kinder, Frauen und gemischt. Überraschenderweise war dabei die Moderation, die Beteiligung und das Engagement ausgezeichnet, auch wenn viele teilnehme schon damals sorge hatten sie würden nur als Alibi fungieren. Leider sollten sie Recht behalten.
Als Ergebnis wurde eine 77-seitige Dokumentation erstellt, in der Vorstellungen der Teilnehmer der Workshops zum ausdrucke kamen nämlich: eine kleinteilige Bebauung mit südländischem Flair, Einbindung und Öffnung zu den umgebenden Stadtteilen, Verbindung des Grünzuges Hirzberg/Mösle, Verlagerung des Zentrums Richtung Mariahilf/Schützen mit Ausweitung des Planungsbereichs dorthin, Rückbau Schwarzwaldstrasse, Verkehrsanschluss an B31, unterirdische Parkplätze. Einer der spontan erarbeiteten Vorschläge sah so aus: Bild. ließ man die folgenden Protokolle des so genannten Bürgerforums so meint man dort hätte niemand von den Workshops gehört. Auch die sogenannte Machbarkeitsstudie des Investors stellt das Ergebnis der Workshops regelrecht auf den Kopf und präsentiert ein skandalöses Konzept. So kann man mit dem Engagement der Bürger nicht umgehen. hier soll der Stadtkämmerer für den verkauf von kommunalem Bauland 30 Mio. DM kassieren. Das stinkt nach reiner Profitgier. und dafür werden die Interessen der Bürger geopfert. Ich bin teilnehme des Workshops gewesen und habe damals mit diesem Stegreifentwurf einen beitrage zum Thema geleistet, aber nie wieder davon etwas gehört. Das ist so die art wie die staut mit Bürgerbeteilung umgeht.
Eine ganze Anzahl der Teilnehmer hat damals vorgeschlagen das Plangebiet in der gleichen art nicht nur auf den Messplatz zu beschränken sondern den gesamten bereich über den Schützen und Mariahilf hinaus einzubeziehen dorthin wo ein Ansatz für ein Stadtteilzentrum schon vorhanden ist.
Dadurch hätte das gesamte quartier von dem Entwicklungsschub profitieren können. Es geht nicht an dass der Stadtkämmerer durch den verkauf von kommunalen Grund und Boden 30 Mio. einkassiert und die Bürgerschaft nicht in anderer form beteiligt wird. Schließlich weiß die Stadt ja was durch den Beschluss eines bebauungsplanes und einer Baulandumlegung bewegt wird.
Pressemitteilung zum Alten Messplatz: Es wird weiter geklotzt
Wie in den Stadt Nachrichten während der Herbstferien am 5.11.99 und der Zeitung zum Sonntag v.7.11.99 zu lesen war, wurde zu einer weiteren überstürzt anberaumten Bürgerinformation am Montag den 8.11.99 eingeladen. Es fehlten der zuständige Baubürgermeister und sein LTD. Stadtbaudirektor, statt dessen saß die zweite Reihe der Verwaltung den zahlreichen kompetenten Anwohnern, Bürgern/Innen, Interessenten und Teilnehmern des Workshops '98 gegenüber.
So blieb es denn auch nicht aus, dass der Verwaltung, dem Investor, den Parteien- und Interessen-Vertretern der Vorwurf gemacht werden musste, die Bürgerbeteiligung aufs Neue nur als Alibi ihrer Interessen zu benutzen.
Die neuen Pläne wurden nur einer gestalterischen Kosmetik unterzogen, an den Rahmenbedingungen und dem massigen Klotz entlang der Schwarzwald-Strasse hatte sich nicht viel geändert. Der EDEKA-Markt das Fitness-Center und andere großflächige Nutzungen im Erdgeschoss stellen nach Geschäftsschluss nach wie vor ein undurchdringliches Hindernis für die Einbindung der umliegenden Stadtteilbereiche dar.
Kaum eine der Hauptforderungen der 70-seitigen Dokumentation über die Bürgerbeteiligung im Workshop '98 wurde berücksichtigt, wie Umfang der Grünspange Hirzberg/ Waldsee, Parkierung für Großveranstaltungen der Stadthalle, Verkehrführung des Zielverkehrs nach Freiburg parallel zum B31 Tunnel und Rückbau der Schwarzwaldstrasse, Erschließung des Messklotzes, der Musikhochschule, des DFG, Berthold-Gymnasiums, der Sporteinrichtungen, Einbindung der umliegenden Stadtbereiche jenseits des Dreiecks Schwarzwald/ Mössle/Hirzberg-Straße/Schützenallee. Dazu müssen aber Aussagen auf den Tisch, wenn nächste Woche im Bauausschuss und schon am 23.November im GR über die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbes entschieden werden soll. Agenda-Arbeitskreis Stadtentwicklung
56 Beitrag Ergebnisse der Workshops (Zusammenfassung)
  • Vorgaben der Ausschreibung: Es wird hingewiesen auf eine: 'städtebaulich spürbare großräumliche grüne Nord-Süd-Zäsur zwischen den Stadtquartieren, Oberau und Waldsee, ferner: die stadtbildprägenden Bauten der Emil-Thoma-Schule und des Lycée-Turenne mit seinem Turm (vergessen wurden die Mariahilf-Kirche und die Mariahilf-Kapelle). Angeregt wird ein 'Geschäfts- und Dienstleistungsschwerpunkt an der Schwarzwald-Strasse...der sich vor allem auf den Einzugsbereich der Oststadt bezieht...womit insbesondere unzumutbare Verkehrsbelastungen in den östlichen Wohnquartieren vermieden werden sollen. Für das gedachte Stadtteilzentrum ist eine unverkennbare, erlebbare stadträumliche Situation mit gut gestaltetem Zentrumsplatz zu schaffen....Die oberen Richtwerte von ca. 10.500 qm BGF für Einzelhandel und Ladendienstleistung sind einzuhalten, die unteren Richtwerte von 9.000 qm BGF können reduziert werden. Sie sind aus strukturellen Gründen grundsätzlich in kleine Ladeneinheiten ebenerdig aufzuteilen. Für Kinderbetreuung, Jugendcafe und Gruppen sind 600 qm BGF vorzusehen. Die Bebauung soll eine Kleinstrukturierung, Vielfalt in der Architektur, max. Gebäudehöhe von 14 m und Ostwestdurchlässigkeit aufweisen. Um die gewünschte Vielfalt und Kleinteiligkeit zu erreichen, ist eine Aufteilung in mindestens vier, etwa gleich große Abschnitte vorzusehen, die jeweils von verschiedenen Bauträgern mit verschiedenen Architekten zu bebauen sind. An prädestinierter Stelle ist ein öffentlicher Platz von 1.000-1.500 qm zu schaffen. Die geforderten 460 Stellplätze sind grundsätzlich unterirdisch und mit Rücksicht auf Sicherheitsbelange für Frauen anzuordnen.
  • Kritik an der Ausschreibung: Das Vorkonzept 1997 zeigt nur den Ausschnitt Alter Messplatz, es fehlt die Übersicht des städtebaulichen Gesamtkonzept im Umfeld des Messplatzes, insbesondere die im FNP 1980 dargelegten Ziele wie die Gliederung der Stadtteile, Siedlungszäsuren, regionale Grünzüge, Grün- und Freiflächen, Stadtklima realisiert werden sollen. Es fehlt die Darstellung der Problematik durch den Bau der B31 Ost, der unterirdischen Führung bis zur Mariahilf-Kirche und des Tunnel-Endes, des weiterführenden Stadttunnels, Vorgaben über die Führung des ÖPNV, den Rückbau der Schwarzwaldstrasse, die Anbindung der 560 Stellplätze und den Rückbau der Hirzberg-Grünspange.

Ergebnis der Bürgerbeteiligung in den Workshops:
  • Das Motto lautete: Mitdenken, Mitreden, Mitgestalten. Die Workshops wurden in der Presse und durch Flugblätter angekündigt, gut moderiert und hoffnungsvoll angenommen, aber auch misstrauisch wegen früherer Erfahrungen beobachtet.
  • Kritisiert wurde: Die fehlende Gesamtkonzeption für den Verkehr im Osten, Durchgangsverkehr in den Stadtteilen, fehlendes Park/Ride, Parken bei Veranstaltungen der Stadthalle, fehlende Breisgaubahn-Haltestelle, Stadtteilanschluss an B31Ost und Rückbau der Schwarzwaldstrasse, Finanzierung der Grünspange, Verknüpfung Finanzierung Neue Messe und Investoren. Abhängigkeit und Misstrauen gegenüber Investoren: Qualitätsverlust. Brauchen wir die Stadthalle? die Politik der Stadthallen-Betreiber ist ärgerlich, Verkehr und Parken sind nicht geklärt.
  • Forderungen: Bebauung nicht zu stark verdichten, keine Blockrandbebauung, nicht über 3 Geschosse, familienfreundliche Wohnanlagen mit runden Innenhöfen, Plätze, Infrastruktur, Anger, Wohnungen und Park durchmischen. Teilung der Grünspange überwinden, Fußgängerverbindungen zu nördlicher Schwarzwaldstrasse. Keine Super-, sondern viele kleine Läden. Zentrum beim Gasthaus Schützen, als Nachverdichtung. Dort sind wesentliche infrastrukturelle Einrichtungen vorhanden. Einbeziehung der westlichen Flächen. Ganzheitliche Sicht des Stadtteils über die Fläche des Alten Messplatzes hinaus.
  • Wunschbilder: Bänke und frei herumstehende Stühle, im Park und am Anger, kleine Nischen, Jugendtreff, südliche sonnige Plätze mit Wasser, Brunnen, Bächle, Teiche, Bäumen, Cafe, Bänke, Treppen, Labyrinthe, Kletterbäume, individuelle Einfamilienhäuser, kein Reissbrettarchitektur, Hundertwasser einladen, grüne Dächer, Licht/Schatten, Farbigkeit, verschachtelte Grundrisse, Hügel, Türme, Skulpturen, Aktionsplatz, Bibliothek.
  • Zweifel ob Mitarbeit ernst genommen wird, Alibi für Politiker, werden die Ergebnisse berücksichtigt? Mitbestimmung.
57 Beitrag Einführung in den Stand des Verfahrens 'Alter Messplatz'.
(Beitrag im Internet unter http://freiburg2000.online-gmbh.com)
  • Grundlage: Ausschreibung des Alten Messplatzes laut Drucksache 97217.1 an den GR. Finanzierung des Bundes als Forschungsprojekt im Rahmen des ExWOSt-Forschungsfeldes 'Zentren' mit 400.000 DM. Auftrag an 'Agenda' Lörrach, Beratungsbüro für Stadt- und Regionalentwicklung Lörrach .
  • Gründung eines städtischen Bürgerforums unter Beteiligung der Stadtverwaltung, des Bürgervereins, der Kirche, Investoren, einer Anzahl Bürger und Moderation mit 11 Protokollen und Arbeitstreffen durch 'Agenda Lörrach' .
  • Durchführung von offenen Bürger-Workshops für Frauen, Kinder und gemischte Teilnehmer mit Erstellung einer 75-seitigen Dokumentation am 13, und 27/28.3.98.
58 Bernhard Gutzmer Presseerklärung: Die alte Messe und der Bürgerwille... Noch sind nicht alle Messen gelesen.
Auf Einladung des Arbeitskreises 'Stadtentwicklung' der Freiburger Lokalen Agenda 21 beschäftigten sich Teilnehmer der 1998 durchgeführten Workshops, Anwohner, Architekten, Stadtplaner und des Bürgerforums mit der Bebauung 'Alter Messplatz'.
Zur derzeitigen Situation wurde festgestellt:
  • die Vorplanungen des Investors sind mit dem erklärten Bürgerwillen nicht in Einklang zu bringen.
  • die Kommunikation zwischen Stadt und Bürgerschaft ist bislang - von den Workshops abgesehen- äußerst unbefriedigend abgelaufen, von Bürgerbeteiligung wie sie von der Bürgerschaft verstanden wird kann keine Rede sein.
  • die zutage getretenen Fehler sind Folgen von falschen Grundsatzentscheidungen der Verwaltung.
Es wurden zwei schwerwiegende Fehler gemacht:
  • Das Junktim bei der Finanzierung für den Bau der 'Neuen Messe' mit dem Verkauf des Grundstückes 'Alter Messplatz'.
  • Vor den Festlegungen einer maßvollen und stadtteilgerechten Bebauung durch einen Architektenwettbewerb wurde einem Investor angeboten das Grundstück für 30 Mio. DM zu verwerten.
  • der Gemeinderatsbeschluss und die Ergebnisse der Workshops gaben eine klare Linie vor, an die sich der Investor jedoch nicht gehalten hat.
Notwendig ist deshalb das direkte Engagement der Stadt:
  • durch die Auslobung eines Architekten-Wettbewerbs
  • die Vermarktung auch an einzelne und private Bauwillige.
  • die Ausweitung des Wettbewerbsgebietes auf die Randzonen des Messplatzes und deren Aufwertung, also beide Seiten von Hirzbergstraße, Schwarzwaldstraße und Schützenallee bis zur Fabrikstrasse.
  • Festlegung der Lage eines Stadtteilzentrums erst nach dem Architekten-Wettbewerb und nicht nur auf dem Messplatz. (Eine Verlagerung Richtung Mariahilf bietet mehr Raum für Wohnbebauung auch für junge Familien und Interessenten aus den Randzonen)
  • Vorlage einer integrierten Verkehrslösung für ÖPNV, Straßenverkehr und Parken (Stadthalle). Dabei müssen die Verkehrsfolgen der B31 im Bereich der stadteinwärts liegenden Stadtteile Littenweiler und Waldsee nach dem Anschluss Kappelerstrasse und der geplante Rückbau der Schwarzwaldstraße berücksichtigt werden.
  • Bereitstellung eines Bürgerbüros für breite bürgerschaftliche Beteiligung nach der Art der Workshops und weitgehende Berücksichtigung der Ergebnisse der Workshops in der Ausschreibung des Wettbewerbs.
  • Eine möglichst kleinteilige Aufteilung der Grundstücke und Ladenflächen, für Einzelinteressenten.
Presseerklärung zur Alten Messplatz:
"Es wird weiter geklotzt"
Wie in den Stadt Nachrichten während der Herbstferien am 5.11.99 und der Zeitung zum Sonntag v.7.11.99 zu lesen war, wurde zu einer weiteren überstürzt anberaumten Bürgerinformation am Montag den 8.11.99 eingeladen. Es fehlten der zuständige Baubürgermeister und sein LTD. Stadtbaudirektor, statt dessen saß die zweite Reihe der Verwaltung den zahlreichen kompetenten Anwohnern, Bürgern/Innen, Interessenten und Teilnehmern des Workshops '98 gegenüber. So blieb es denn auch nicht aus, dass der Verwaltung, dem Investor, den Parteien- und Interessen-Vertretern der Vorwurf gemacht werden musste, die Bürgerbeteiligung aufs Neue nur als Alibi ihrer Interessen zu benutzen. Die neuen Pläne wurden nur einer gestalterischen Kosmetik unterzogen, an den Rahmenbedingungen und dem massigen Klotz entlang der Schwarzwald-Strasse hatte sich nicht viel geändert. Der EDEKA-Markt das Fitness-Center und andere großflächige Nutzungen im Erdgeschoss stellen nach Geschäftsschluss nach wie vor ein undurchdringliches Hindernis für die Einbindung der umliegenden Stadtteilbereiche dar. Kaum eine der Hauptforderungen der 70-seitigen Dokumentation über die Bürgerbeteiligung im Workshop '98 wurde berücksichtigt, wie Umfang der Grünspange Hirzberg/ Waldsee, Parkierung für Großveranstaltungen der Stadthalle, Verkehrführung des Zielverkehrs nach Freiburg parallel zum B31 Tunnel und Rückbau der Schwarzwaldstrasse, Erschließung des Messklotzes, der Musikhochschule, des DFG, Berthold-Gymnasiums, der Sporteinrichtungen, Einbindung der umliegenden Stadtbereiche jenseits des Dreiecks Schwarzwald/ Mössle/Hirzberg-Straße/Schützenallee. Dazu müssen aber Aussagen auf den Tisch, wenn nächste Woche im Bauausschuss und schon am 23.November im GR über die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbes entschieden werden soll. Agenda-Arbeitskreis Stadtentwicklung
59 Stellungnahme An die ehemaligen Teilnehmer der Workshops 'Alter Messplatz' 6.12.99
Der Gemeinderat hat am 23.11.99 die Auslobung eines Architekten-Wettbewerbes auf der Grundlage des Investoren-Angebotes der Wohnbau Schwarzwald AG mit der Firma Timon zum Kaufpreis von 28 Millionen DM beschlossen. Doch die mehrfach überarbeiteten Angebote entsprechen nicht den Ergebnissen der Workshops in seiner 70-seitigen Dokumentation, und machen die Bürgerbeteiligung zur Farce. OB Böhme räumt Fehler der Verwaltung ein, weist aber die Vorstellungen der Workshops ab. Diese sind zusammengefasst:
  • Mitwirkung einer Vertretung der Workshops und Beteiligung von Frauen bei der Ausschreibung des Wettbewerbs, Einladung von 50% an Architektinnen-Teams, Frauen im Preisgericht.
  • Einbeziehung der Randbereiche jenseits des Straßendreiecks Schwarzwald-, Mössle-Straße / Schützenallee in das Wettbewerbsgebiet.
  • Darstellung der neuen Verkehrsverhältnisse nach dem Bau des B31Tunnels zwischen Ausfahrt Fabrikstrasse und Anschluss Kappeler Knoten mit Park+Ride-Flächen, Rückbau der Schwarzwaldstrasse, Lage einer Haltestelle für die Breisgau-Bahn und einen B31-Anschluss für den verbleibenden Regionalverkehr zur Erschließung und Parkierung der verbleibenden Stadthalle mit 2-3000 Besuchern, der Musikhochschule, des DFG und Berthold- Gymnasiums, und der Sportflächen entlang von Schwarzwaldstrasse/Dreisam.
  • Sicherung und Finanzierung der Grünspange Hirzberg/Waldsee, offene Führung des Möslebaches, Kleinteiligkeit der Grundstücke für Wohnungen und Läden, lockere Beweise, keine Bockrandbebauung, nicht über 3 Geschosse, familienfreundliche Wohnanlagen mit Innenhöfen, Plätzen, Anger und Ausläufern der Grünspange Hirzberg/Waldsee. Keine Teilung der Grünspange, ebenerdige Fußgängerverbindungen zur nördlichen Schwarzwald-Mössle-Straße und Schützenallee.
  • Kein Mega-Markt, sondern kleine Läden in Form eines Bazars. Stadtteilidentität, Zentrum mit Bürgerbüro, Jugendtreff, Bibliothek- und VHS-Zweigstelle in der Nähe des Gasthauses Schützen, Maria-Hilf-Kirche und -Kapelle, Turnsee- Musik-Schule und Deichleweiher-Platz.
  • Als Wunschbilder wurden notiert: Bänke und Stühle im Park und am Anger, kleine Nischen, Aktionsplatz und südliche sonnige Plätze, Brunnen, Bächle, Teiche, Bäume, Cafes, Bänke, Treppen, Hügel, Labyrinthe, Kletterbäume, Grün auf Dächern, Türme, Licht/Schatten, Farbigkeit, Skulpturen, verschachtelte Grundrisse, keine monotone Reissbrettarchitektur.
Die Stadtverwaltung wird aufgefordert bei der Ausschreibung des Architekten-Wettbewerbes die Leitziele der Workshops zu berücksichtigen. Damit soll vermieden werden, dass es nach dem Widerstand gegen die B31Ost erneut zu einer Konfrontation mit der Bürgerschaft im Freiburger Osten kommen muss.
Dr .J.H. Immo Kirsch (Teilnehmer des Workshops v.27.3.98 und des AK Stadtentwicklung)

Stellungnahme zum Auslobungstext des Wettbewerbes 'Alter Messplatz'
Seite 1. Abs.4. Grundsatzbemerkung. 'Auch nach dem Bau der B31 Ost (neu) wird die Schwarzwald-Strasse eine wichtige Lebensader für die östlichen Stadtteile darstellen. Dazu auch S.17. Städtebauliche Situation: 'Nach dem Bau der B31 Ost ...wird die alte Schwarzwaldstr. weiterhin eine wichtige Funktion für die Erreichbarkeit des Planungsgebietes sowie für die östlichen Stadtteile darstellen'.
Auf die Dauer kann die Schwarzwaldstr. nicht Lebensader für die östlichen Stadtteile (d.h. hier im Klartext Ebnet, Kappel, Littenweiler, Waldsee, Oberau und Oberwiehre) bleiben. Deshalb ist von der Stadt ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept zu entwickeln welches die Funktion der Schwarzwaldstr. nicht überfordert, sondern sie in Teilabschnitte für Stadtteile auflöst und mit Anschlüssen an eine 'Freiburger Strasse' anbindet.
Es kann nicht angehen, dass die Schwarzwaldstr. die einzige 'Lebensader' des Ostens bleibt, wo die rückgebaute Strasse schon heute die Grenzwerte überschreitet, siehe S.15 Abs.5 Verkehrsplanerische Untersuchungen, Grenzbelastung, Staus und S.27 Abs.4 Schallschutz). Die Stadt soll in Aussicht stellen, dass sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept entwickeln wird.
Abs. 5. Die Fixierung auf 'Zur Schwarzwaldstr. hin sollen Geschäftsflächen mit Büros entstehen' sollte unterbleiben, sie ist nirgendwo begründet. Suggeriert wird die Anordnung eines 'Zentrums' im Baufeld östlich des Angers. Diese Lage ist nach Auffassung des Workshops zumindest umstritten S. 57, 58, 60, 61. Es sollte deshalb das gesamte Dreieck zwischen Schwarzwald/Mösle-Str./Schützenallee für ein Zentrum offen sein und Vorschläge in diese Richtung nicht a priori ausgeschieden werden. Siehe auch Teil A Abs. 2.0 Grundsatzbemerkung. Schwarzwaldstr. sollte sich auf die gesamte Länge der Strasse bis zum Ganter beziehen. Siehe auch unten S.18. 3. Städtebauliche Ziele.
Seite 4. Es sind 12 Büros direkt eingeladen, darunter kein einziges Frauen-Büro
Seite 5. Es sind keine Frauen als Sachpreisrichter eingeladen.
Seite 14. Mit keinem Wort wird auf die seitherige Bürgerbeteiligung in Form der Workshops mit der 70-seitigen Dokumentation eingegangen. Darin artikulieren sich aber klar und deutlich die Vorstellungen weiter Kreise der Bürgerschaft aus dem betroffenen Stadtgebiet. Die Ergebnisse der Workshops sind deshalb als politische Grundlage zur Ausschreibung des Wettbewerbes zu beachten und bei der Aufgabenstellung entscheidend zu gewichten und zu berücksichtigen. Der Inhalt der Dokumentation muss deshalb zum Leitthema des Wettbewerbes gemacht werden. Bürgerbeteiligung ist zentraler Teil des ExWoSt- Forschungsprogramms 'Zentren' und Grundlage für die Bezuschussung des Projektes
Seite 15. Die Stadt möge die Verkehrsmengen darstellen, die als Ziel 'Alter Messplatz' Stadthalle, DFG, Musikhochschule, BG, Friedenskirche, Uni-Stadion, Tennisplatz Rot/Weiß, FT Sportanlage, Burda/ Schauen- burghalle, Sportplatz Jahn, Dreisamstadion, Strandbad haben. Dies ist bei der Ausgestaltung des Straßennetzes zu berücksichtigen.
Seite 16. Letzter Absatz. Um welches Nutzungskonzept handelt es sich?
Seite 17. Anlageplan Schützenallee
Seite 18 und 20. Siehe auch oben Abs. 5:
  • 3a) keine Fixierung auf Geschäftslagen und Dienstleistungsbereich zur Schwarzwaldstr.
  • 3c) Die Einbindung des Wettbewerbsgebietes in das Umfeld der Stadtteile ist Ziel des Wettbewerbes.
  • 3.1 Stadtteilzentrum/Wohnbebauung
  • 4.2a keine Fixierung entlang der Schwarzwaldstr.
Seite 21. Nutzflächen im EG: Die Nutzflächen durchlässig zu gestalten. Die Flächen sollen in Blöcke von max. 500 qm unterteilt werden.
Seite 24. Nord/Süd Durchlässigkeit für Fußgänger
Seite 27. Siehe auch Seite 1
Seite 31. Vorlage des Detail-Planes über die Ausfahrt bei Ganter.
Seite 33. Vorlage der Anlage, Plan Hirzbergbach
Seite 36. Nord/Süd Durchlässigkeit Fußgänger siehe auch Seite 24.

Stellungnahme zum Bebauungsplan 'Alter Messplatz'
Wie seit dem Workshop v. März '98 (Dokumentation S. 57, 58, 60, 61) wiederholt vorgetragen, sollte der Bebauungsplan das gesamte Dreieck zwischen Schwarzwald/Mösle-Str./Schützenallee umfassen und weitere Ergänzungen aufnehmen.
Begründung:
  1. Es besteht bereits ein kulturell-historischer Schwerpunkt mit Mariahilf-Kirche, Musik- (ehem. französische) Schule, Emil-Thoma-Schule, Schützen, Mariahilf-Kapelle und ein zweiter Schwerpunkt in Form der Kette von pädagogisch-gesellschaftlich-kulturellen Einrichtungen auf der Hirzbergspange. Ein isoliertes kommerz-orientiertes Zentrum auf dem 'Alten Messplatz' verhindert die Bildung eines städtebaulichen Schwerpunkts für den Osten, behindert das Zusammenwachsen der umgebenden Stadtteile Oberwiehre-Oberau-Waldsee und die Durchlässigkeit des 'Alten Messplatzes'.
  2. Die Lösung der Probleme um den Tunnelausgang bzw. Anschluss an den Dreisamtunnel vor der Mariahilfkirche, sowie der Verhältnisse auf der jetzigen und künftig rückgebauten Schwarzwaldstraße, ist von höchster Priorität für den Raum im Straßendreieck zwischen den umgebenden Stadtteilen Oberwiehre-Oberau-Waldsee. Der jetzige Bebauungsplan 'Alter Messplatz' kann ohne den Bereich Tunnelausgang die zukünftige Stadtentwicklung im Osten nicht leisten.
  3. Wegen der regionalen Bedeutung der verbleibenden Stadthalle, der Musikhochschule, des DFG und der zahlreichen Sportflächen entlang der Schwarzwaldstrasse sind an der Möslestraße Festlegungen für Anschlüsse des regionalen Schienen-, Bus- und Individualverkehrs zu treffen.
Bekanntlich übernehmen die einzigen B31Ost-Ausgänge Kappeler-Strasse und Schnewlin-Brücke den gesamten Zielverkehr nach Freiburg. Dieser belastet weiterhin mit über 20.000 Einheiten die Stadtteile Oberwiehre-Oberau-Waldsee und darüber hinaus Ebnet, Kappel, Littenweiler, Mittel/Unterwiehre und Altstadt. Wie sollen unter diesen Verhältnissen Verkehrsberuhigung und Rückbauten auf der Schwarzwald- und den Dreisamufer-Straßen möglich sein. Es ist deshalb im Bereich der Möslestraße ein Haltepunkt der Breisgau S-Bahn und ein B31Ost-Anschluss für die bestehenden Zentren um Mariahilf, das neue Einkaufszentrum, die Stadthalle, DFG, Musikhochschule, Berthold-Gymnasium und die gesamten Sporteinrichtungen im Bereich Dreisam/ Schwarzwaldstrasse auszuweisen.
Fazit:
Wenn bereits ein kulturell-historischer Schwerpunkt bei Mariahilf besteht, ist dort ein Einkaufszentrum als 'Tor zum Osten' mit einer Überdeckelung der Tunnelausgänge und Zugang zu ermöglichen. Dadurch kann auch dieser Teil des Erschließungsverkehrs in der mittleren Schwarzwaldstrasse entfallen.
Der jetzige Bebauungsplan ist nicht zukunftsfähig, wenn später ein separater Plan für die Tunnelausgänge Mariahilf aufgelegt wird, wo das Einkaufszentrum im vorhandenen Schwerpunkt auch richtig liegt.
Die Gestaltung der Hirzbergspange als Fest- und Spielfläche ist dann nicht zukunftsfähig, wenn versäumt wird, eine Straßenverkehrspange entlang der Möslestraße zu den Sportflächen zwischen Schwarzwaldstrasse und Dreisam zu schaffen. Nur so kann verhindert werden, dass der bereits heute als unzumutbar prognostizierte Zielverkehr-Freiburg schon am Kappeler Kreuz abzweigen muss und durch die gesamte Oststadt strömt, was jede zukünftige Verkehrsberuhigung und Rückbauten verhindert.

Betr. Bebauung 'Alter Messplatz'7.12.02
Beschluss-Vorlage G 02240
Es geht am Ende nicht um die Fassadengestaltung, den Standort der städtischen Sozialräume und den Lärmpegel der Stadthalle, oder den Grundstückspreis von ehemals 30 Millionen DM. Es geht vielmehr darum, wie von Anbeginn von den Investoren und der Stadtverwaltung mit der Bürgerschaft umgesprungen wurde. Da war durch ein Programm des Bundes mit 400.000 DM finanzierter Workshop für Frauen, der in einer umfangreichen Dokumentation von vitalen Anliegen und kritischen Anmerkungen zum Verfahren der Stadt geprägt war. Es gab einen Architekten-Wettbewerb und zahlreiche Alternativlösungen, wie z.B. das Zentrum des Stadtteils mit dem EKZ bei Mariahilf über die Verkehrsbrache am Tunnelausgang zu setzen und so die chinesische Mauer eines Supermarktes zu vermeiden um dort preisgünstigen Wohnraum mit Innenhöfen für die doppelte Anzahl von 'Jungen Familien' zu erstellen usw.
Der GR darf diesem Projekt eines rücksichtslosen Investors gegen den Willen einer breiten Bürgerschaft nicht zustimmen. Dieser Handel ist von A bis Z nach den Regeln der Freiburger AGENDA denen der GR 1996 beigetreten ist, sowie den vom Freiburger Forum am 5.3.2001 verabschiedeten Leitzielen des AK-Stadtentwicklung nicht nachhaltig und zukunftsfähig, sondern eine Bankrotterklärung des politischen Umganges mit der Bürgerschaft.
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