A: ALTSTADT
Anhand des außer Konkurrenz zum Wettbewerb Werder-/Rotteck-/Friedrich-Ring eingereichten Entwurfes wurde das Gebiet der Altstadt bearbeitet (siehe Pläne auf den nächsten Seiten).
Plan 11: Altstadt Teil A
Plan 12: Altstadt Verkehr
Plan 13: Altstadt Teil B
Plan 14: Altstadt Räume
Stadtebaulicher Wettbewerb Rotteck-/Werder-/Friedrich-Ring Freiburg (FR 1998)
Unterlagenverzeichnis
Plan 11 M 1:500 der Wettbewerbsaufgabe Variante A (2 Teile) DIN A 3
Innenstadtplan 12 M 1:2000 Verkehrsnetz, Verbund/Erschließung/Tiefgaragen
Innenstadtplan 13 Städtebauliche Abschnitte, Räume, Bezüge A 4
Übersichtsplan Stadttunnel/Freiburger-Strasse, S-Bahn, Stadtbahn,
Erläuterungsbericht :
- Politische Konzeption
- Wettbewerbsgebiet
- Städtebau/Architektur
- Verkehr, Strassen, Plätze
- Soziopolitische Ziele
- Begründung Stadtbahn-Variante C
- Legende zu den Abschnitten
- Kritik an der Auslobung
Städtebaulicher Wettbewerb Rotteck/Werder/Friedrich-Ring Freiburg ( FR2000)
In der Stadtplanung von Freiburg ist bisher die Auseinandersetzung mit den Tendenzen seiner feudalistischen, absolutistischen und faschistischen, also seiner vordemokratischen Stadtbaugeschichte nicht geführt worden. Die Stadtplaner mit ihrer vordemokratischen Ausbildung waren vor und nach dem II. Weltkrieg zunächst die gleichen. Es fehlte ihnen das Verständnis einer demokratischen Stadtentwicklung. Diese zielt auf ein verändertes Bewusstsein der politischen Struktur der Stadt, also auf ein über die Grundlagen der repräsentativen Demokratie gewachsenes Verständnis von Demokratie hinaus, mit echter Mitbestimmung in den Nachbarschaften, Arbeitskreisen usw. (wie z.B. Workshop Alter Messplatz).
Demokratische Stadtentwicklung muss einen angemessenen Ausgleich zwischen dem Ausbau des zentralen Oberzentrums im Bereich der 'Kulturmeile' und den historisch gewachsenen dezentralen Stadtteilzentren mit einem integrierten Verkehrssystem zum Ziel haben. Dabei soll die Mitte der historischen Stadtteile schrittweise eine proportionale Ausstattung an Infrastruktur wie das Oberzentrum erhalten. Der gesamte Baubestand bereits vorhandener Einrichtungen ist dabei sorgsam zu erhalten und nur administrativ neu zu ordnen, auch die Fehler der Vergangenheit dürfen sichtbar bleiben. Wo nötig sind ÖPNV, Fußgängerzonen, administrative Infrastruktur, kulturelle und andere Einrichtungen wie Sportstätten, Kinos, Läden usw. zu ergänzen.
Das Verkehrsnetz der Stadt ist heute noch mittelalterlich. Auf den oft mitten durch die historischen Stadtteilkerne führenden Straßen wird noch heute ein gigantischer motorisierter Verkehr abgewickelt. In einer demokratischen Stadtentwicklung muss das Verkehrssystem seine dienende Funktion behalten, d.h. Straßen können nicht allein nach technisch/ökonomischen Gesichtspunkten geplant werden, sondern müssen die Struktur der Stadtteile respektieren. Dies betrifft bei der topographischen Lage der Stadt vor allem den Ost/West-Verkehr.
Die herrschende Meinung geht dabei von dem Bau eines vierstreifigen Stadttunnels aus. Dieser führt aber nur die Hälfte des kritischen Verkehrs unter der Innenstadt hindurch. Eine Lösung des Problems der anderen Hälfte ist völlig offen, greift aber erheblich in die Sphäre des Wettbewerbsgebiets ein. Hier wird deshalb vorgeschlagen den Stadttunnel für den Durchgangsverkehr 50 km/h zweistreifig zu konzipieren und eine zweite 50 km/h Spur zur Bewältigung des mitten in die Stadt führenden Verkehrs entlang der Höllentalbahn-Trasse zu benutzen.
Damit werden die Stadtteile über diese 'Freiburger Strasse' als Rückrat erschlossen (nach einem Anschluss für Littenweiler, entlang der Höllentalbahn vom Alten Messplatz zum 'Freiburger Tor' am Mittelzubringer mit Schnewlin-Brücke und weiter bis zum Nord-Zubringer oder vorhandene 50 km/h Alleen (z.B. Besancon-Padua-Mosswald-Allee usw.)
Durch die Eliminierung des Durchgangsverkehrs soll eine drastische Reduzierung des Verkehrsaufkommens erreicht werden, um die gesamte Innenstadt und die Nachbarschaftszentren in Fußgängerbereiche zu verwandeln, den Rückbau der Dreisamufer/Ringstraßen und die gemeinsame 25 km/h-Nutzung des alten Straßennetzes durch Fahrzeuge und Passanten zu ermöglichen. Der vorgelegte Entwurf folgt diesem Prinzip subtil und konsequent (Innenstadt Plan 11 M 1:2000).

II. Wettbewerbsgebiet Rotteck/Werderring/Friedrich-Ring Freiburg.
Die städtebauliche Form demokratischer Stadtentwicklung drückt sich in dem Teilbereich des Wettbewerbsgebiets architektonisch, verkehrstechnisch und sozioökonomisch durch die Verwendung von drei grundlegenden Gestaltungszielen aus.
1. Städtebau/Architektur.
Eindeutige Markierung der Grenzen der mittelalterlichen Stadt von 1120 durch ein übergeordnetes Orientierungssystem und Neubauten im Architekturstil der Wende zum II. Jahrtausend in Form von Neubauten mit getöntem Glas. Durch die Spiegelung der Umwelt auf seinen Oberflächen hebt sich die Baumasse scheinbar auf, sodass der notwendige Eingriff in die gewachsene Stadtgeschichte neutralisiert wird. Neubauten, insbesondere die Türme ( etwa 15x15x45 Meter und je 2.000 qm Nutzfläche, siehe Ansicht) sind nicht auf ihren historischen Standort fixiert, sondern nach den heute vorhandenen städtebaulichen Räumen und Inhalten als Justiz-, Uni-, Theater-, Markt-, oder Handels-Turm symbolisch platziert. Sie heben sich in der Stadtsilhouette deutlich ab, relativieren die vorhandenen Hochhäuser in der Stadtrandkulisse und treten in Beziehung zum Münster als ideellen Mittelpunkt. Die neuen städtebaulichen Abschnitte, Räume und Bezüge sind in Plan 12 M. 1:2000 dargestellt.
Entgegen der durch den Wettbewerb suggerierten Ausweitung über die Grenzen der Altstadt hinaus in die Lehener-Vorstadt bis zur Bismark-Allee, hat der Entwurf ein anderes Ziel: nämlich die historische Grenze der Altstadt mit dem mittelalterlichen Mauerring und den Vauban'schen Befestigungsanlagen herauszuarbeiten. Der Werder-Ring ist die entscheidende historische Grenzlinie der Entwicklungsgeschichte der Stadt über alle Zeiten hinweg, sie muss sichtbar bleiben und darf nicht verwischt werden. Das Stadtzentrum darf sich nicht aus utilitaristischen Gründen wie eine Agglomeration ausweiten. Die historischen Grenzen der Altstadt von Freiburg markieren seinen Übergang vom additiven Prinzip des mittelalterlichen Städtebaus mit dem Neubau der Lehener- und Schneckentor-Vorstadt sowie der Neuburg und dem Erwerb quasi autonomer Nachbargemeinden. Dieses Freiburg wurde bis auf die Altstadt vernichtet und für kurze Zeit in eine absolutistische Festungsanlage mit geometrischen Achsen verwandelt. Nach diesem Prinzip wird bis heute vordemokratische Stadtplanung betrieben.
2. Verkehr, Straßen und Plätze.
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Rückkehr der Natur auf Straßen und Plätze der Stadt in Form eines eindeutigen grünen Ordnungssystems mit vegetabilem Design und Garten-anlagen als Kunst (Gegensatz zu der geometrischen Architektur, keine Begrenzungen mit dem Lineal). Natürliche hydraulische Brunnen als Whirlpool, Strudel oder Kaskaden, keine künstlichen Wasserfälle (Hochallee) oder Fontänen (Fahnenberg-Platz). Freilegung und Integrierung der alten Gewerbebäche im Bereich der Grünanlagen des Wettbewerbsgebietes (Die Gewerbebäche waren offen). Weitgehender Erhalt des gesamten Baumbestands. Symbolischer Festbaum 2000 aus Solarelementen im neuen Schwerpunkt der Innenstadt.
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Berücksichtigung des integrierten Verkehrssytems einer 'demokratischen Stadtentwicklung' durch Stadtteilanschlüsse an die 'Freiburger Strasse', Einführung eines dynamischen Parkleitsystems zu Parkhäusern, Quartiergaragen und privaten Parkplätzen. Rückhalt auf P+R-Plätzen mit Anschluss an ÖPNV. Gekennzeichnetes Netz von Radwegen (Übersichtsplan 11 M. 1:2000)
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Vom Rückrat der Freiburger Strasse ist die Innenstadt über die Anschlüsse Schnewlin-Brücke (Mittelzubringer), Nordknoten (Unterführung) und der zweispurigen Bismarck-Allee, sowie über die einspurigen Dreisamufer-Straße und den Friedrich-/Leopold-Ring erschlossen.
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Parkhäuser werden zum Verbund gebracht und über kurze Zufahrten angeschlossen (Plan 2 M 1:2000), es sind dies:
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Uni mit KG I-V/ Rempart-Garage über die Gartenstrasse
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Uni-Bibliothek mit Hörsaalzentrum über den Glacis-Weg/Wilhelm-Strasse
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Kartoffelmarkt über Luisen-Straße
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Gewerbebank/St. Ursula/ Alte Hauptpost/Polizei/Rotteck-Garage
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Fahnenbergplatz/Bakola/Colombi-Hotel, KTS/Bahnhof werden direkt, Rathaus/Schwarzwald-City werden über Merian-Strasse, Karlsplatz-, BP oder Schlossberg-Garage wie bisher und Holzmarkt-Garage über die Luisen-Straße angefahren.
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Werder/Rotteck-Ring und Rempart-Strasse (Plan 1 M:2000) können auf eine mit Gehwegen niveaugleiche Notverbindung reduziert werden, die innerhalb der promenadenartig gestalteten Fußgänger/Grünzone bewusst gekurvt, auf die Höhe knapp über dem Wasserspiegel der flachen Gewerbebäche abgesenkt ist (siehe Institutsviertel).
Radfahrer finden in der gesamten Altstadt in den Hauptrichtungen (Kaiser Joseph, Berthold-, Rempart-, Wall-, Garten-, Turm-Strasse, Werder-/Rotteck-/Friedrich-Ring usw. gekennzeichnete Radwege vor (Plan 1 M:1:2000), auch in allen weniger frequentierten Straßen ist Radfahren erlaubt. An Brennpunkten (Mensa, Theater, Uni, Bazar, Neue Markthalle usw.) und allgemein parallel der Radwege werden gärtnerisch eingebundene Rad-Unterstellplätze und Abstell-vorrichtungen gefordert.
3. Sozioökonomische Ziele
Demokratische Stadtentwicklung versucht den angemessenen Ausgleich zwischen der Ausstattung des zentralen Oberzentrums in der Innenstadt und den historischen Zentren in den Stadtteilen herzustellen. Durch den Wettbewerb Werder-/Rotteck-/Friedrich-Ring verschafft sich jedoch wieder das Oberzentrum einen Vorsprung gegenüber der Ausstattung der Stadtteile. In den Stadtteilen aber wohnt und lebt die Bürgerschaft, hat seine spezifische Identität gebildet, dort kennt sie sich aus und möchte sich demokratisch und politisch engagieren. Dazu braucht sie Mitbeteiligung und Mitbestimmung am Planungsprozess in ihrer Nachbarschaft. Durch Anhebung der Ausstattung der Stadtteilzentren mit Fußgängerzonen, gehobenen Einrichtungen von Kultur, Unterhaltung und Märkten kann der Druck des Verkehrs auf die Innenstadt reduziert werden.
Die Türme am Rande der historischen Altstadt sollen im Stadtbild die geschichtliche und physische Orientierung erleichtern und symbolisch die Verwaltungsspitzen von Kultur, Bildung, Wirtschaft, Handel und Justiz aufnehmen (gläserne Verwaltung), damit soll jedoch gleichzeitig die Verpflichtung verbunden werden, zweckentfremdeten Wohnraum freizugeben und die Rückkehr der Bürger in ihre lebenswerte, verkehrsberuhigte, von Grünräumen durchzogene Innenstadt zu ermöglichen (Eigentumswohnungen/ Stadthäuser).
Die Anlage eines Bazars, einer Markthalle und eines ständigen Kleinmarktes soll am Nordrand der Altstadt zwischen Siegesdenkmal und Fahnenberg-Platz ein Gegengewicht zu den Supermärkten und Filialisten des Konsumzentrums bilden. Hier werden vor allem die kleinen Straßenhändler, die fliegenden Händler mit Antiquitäten, Büchern, Kleintieren, Kuriositäten usw. und die Angebote von afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Märkten einen temporären Stand finden.

(Rieselfeld-Haslach-Johanniskirche-Ganter)
Wie aus dem Übersichtsplan 1 zu erkennen, sind folgende Strukturen im Rahmen eines integrierten Verkehrsplanes anzustreben:
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S-Bahn (auf DB oder Parallel-Gleisen)
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Haupt/Güterbahn-Ring mit Endschleifen in: A Wendlingen und B Zähringen, sowie Verbindung mit Höllental- und Breisacher-Bahn.
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Modernisierung der alten DB-Bahnhöfe (St.Georgen, Herdern, Zähringen, Gundelfingen, Wiehre, Littenweiler). Verknüpfungen mit den Linien der Stadtbahn durch Bahnsteige.
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Postbahnhof (Zentraler Umsteigebahnhof Ost/West-Nord/Süd).
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Bahnsteige für Vauban, St.Georgen, Weingarten, Behördenzentrum, Uni- Klinik, Neue Messe, Landwasser, Hochdorf, Komtur-Platz, Industriegebiet Nord, Alter Messplatz, Kappel/Ebnet.
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Stadtbahnerweiterung
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Haslacher Bahn vom Rieselfeld auf der Trasse der Variante A: Basler-Strasse /Johannes-Kirche über die Talstraße, Mariahilf zum Alten Messplatz führen, um die Süd/Ost/West-Verbindung zu verkürzen und den Berthold-Brunnen zu entlasten. Die Parallel-Strecke Alter Messplatz-Littenweiler kann entfallen.
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Kappel/Ebnet als Querspange.
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Au/Merzhausen zum Bahnsteig Vauban.
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Linie Günterstal bis Bahnsteig Komtur-Platz. Die Parallel-Strecke Komtur-Platz/ Zähringen/Gundelfingen kann entfallen
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Industrie-Schleife ab Neuer Messplatz und Zinkmatte.
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Anschluss Hochdorf. Die Parallel-Strecke Landwasser/Sundgaubrücke kann entfallen
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Gewerbegebiet Lehen ab Sundgaubrücke.
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Wiehre-Bahnhof mit dem Holbein-Platz im fußläufigen Verbund.
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Infrastrukturmaßnahmen:
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Kleinbusse an Hanglagen der Neuburg, von Herdern, Zähringen, Littenweiler, Ebnet, Günterstal und St. Georgen und Lorettobereg mit vielen Senioren zu den günstigsten Stadtbahn/S-Bahn-Haltestellen.

1. Siegesdenkmal: Das Siegesdenkmal kommt zurück an seinen alten Platz, das Lanzengitter wird wieder aufgestellt, gegenüber liegt der Eingang zum städtische Bazar der Straßenhändler 50 lfdm Ladenfront, etwa 100 überdeckten Ständen (getönte Glasdächer) und Angeboten aus dem Orient, Afrika, Asien und Südamerika. Der Platz wird durch einen Nord-Turm (Christoffel-Tor) vor dem Merian/Sautier-Haus geschlossen.
2.-5. Fahnenberg-Platz und Garage, ehem. Grand Hotel: Die Erschließung der West- und Innenstadt erfolgt nach dem integrierten Verkehrkonzept einer demokratischen Stadtentwicklung (siehe Abschnitt II.2) über den einspurigen 30 km/h Friedrich-Ring. Der Werder-Ring mündet hier als Notspur/Radweg ein.
Das Gelände der Bakola kann bis auf eine Höhe von 6 Geschossen überbaut werden. Das Areal der Fahnenberg-Garage kann außerhalb des Straßenraums zweigeschossig mit kleinteiligen Giebeln überbaut werden (getönte Glasdächer, Nutzung als Neue Markthalle mit 4.000 qm). Den räumlichen Abschluss bildet der Neumarkt-Turm (Handelszentrum).
Der Gewerbebach endet im Süden des Platzes neben der Rosa-Strasse in einer Wasserspirale (Ersatz für den alten Springbrunnen). Die Platanen-Gruppe umgibt in Zukunft den Gedenkstein 'Unvergessene Heimat'. Denkbar wäre dazwischen ein ständiger eingeschossiger Floh/Antiquitäten/Bücher/Viktualien-Markt mit ca. 200 lfdm Ladenfront unter getönten Glasdächern.
7.- 8. Colombi-Park und Hotel, Prediger-Torplatz: Der Colombi-Park bleibt nahezu unverändert, die Wiese gegenüber dem Hotel wird etwa bis auf das Niveau des Baches abgestuft. Das Hochhaus an der Ecke der Strasse zu Unterlinden bleibt allgemeine Hotelkulisse. Vor dem Hotel und Verkehrsamt wird der Bach zu einer Wasserfläche, die durch einen Steg zum Park in zwei Segmente geteilt ist. Vor dem Hotel entsteht ein Baldachin-Archipel, ob es sinnvoll ist das Colombi-Schlössle als Annex der Bürgerschaft zu entziehen ist zu diskutieren. Vor dem Verkehrsamt entsteht ein Treffpunkt auf dem Globus mit den Ländern und Meeren der Erde.
8.- 9. Postareal und Rotteck-Boulevard: Im Hinblick auf die Überbauung des Postareals ist dort mit einer Tiefgarage zu rechnen. Diese soll im unterirdischen Verbund mit der Polizei- und der Rotteck-Garage stehen, sodass deren jetzige Ein/Ausfahrten aufgegeben werden können. Colombi-Park und Rotteck-Boulevard bilden einen Verbund.
10 und 11. Der Platz vor dem Theater wird im Norden durch den Banken-Turm (Lehener Tor) und Erweiterungsbau der Deutschen Bank (H 15 Meter, Glasfassade), sowie in der Südost-Ecke durch die Neue Synagoge gefasst. Dieser zentrale Platz der Stadt ist als Forum und Agora der Bürgerschaft zur Berthold-Strasse als Einladung und Einblick offen. Hier versammelt sich die freie demokratische Bürger- und Studentenschaft, hier wird demonstriert, agiert und Polit-Theater gespielt. Mit Blick auf die gute Lage sollte das ehemalige Cafe Stoll in den flachen Anbau des Reg. Präsidiums oder die unteren Etagen des Banken-Turmes einziehen.
In Anlehnung an die alte Theater-Auffahrt wird die Freilicht-Arena stufenweise abgesenkt und für Aufführungen des Theaters benutzbar. In der Mitte der Rundbühne erhebt sich der Festbaum des Zweiten Jahrtausends aus Alu/Glas. Sein 10 Meter hoher Stamm trägt eine Krone mit 20 Meter Durchmesser Krone (gleich einer Pusteblume) aus Hunderten von Solarspiegeln die den Platz nachts erleuchten oder abdunkeln lassen, symbolisch zur Erleuchtung der Verantwortlichen dieser Stadt. Die Berthold-Strasse unterbricht den Stadtbach mit je einem Quell- und Spiral-Brunnen.
In der Süd-Ostecke, neben den Grundmauern der alten Synagoge soll der Ort des Gedenkens an die Opfer der Gewaltherrschaft des Naziregimes durch ein prismatisches getöntes Glasdach geschützt werden.
12. Universitätsplatz: Der Platz erhält seinen südlichen Abschluss auf der Flucht des Werthmann-Hauses mit dem neuen Uni-Turm und den Bauten der Hochallee aus getöntem Glas/Alu. Die Neubauten sollen es ermöglichen, den von der Uni besetzten Wohnraum in der Altsstadt zu räumen und für Stadtwohnungen frei zu machen. Der Anlage des Haupteinganges des KG I wird bis auf das Niveau des neu geführten Nordarms des Gewerbebachs erweitert. Dieser fließt in einer breiten natürlichen Kaskade in ein Bassin mit der Form eines Strudels in den des stillgelegten tiefer liegenden Südarm ab. Die Brücke zur Uni-Bibliothek bleibt erhalten und wird an die Eingangshalle des KG I angeschlossen. Notspur, Rad/ Fußgängerweg verlaufen vor der Bibliothek und bilden jenseits des Gewerbebachs einen niveaugleichen Grünzug vor der Westfront des KG I als Verbindung zum Theaterplatz.
13. Karl Rahner-Platz/Holzmarkt: Die Unterquerung des KG IV durch den Gewerbebach wird aufgegeben. Die Zufahrt zu den Tiefgaragen unter KG I-V wird unterirdisch auch für die Rempartgarage bis zur Erbprinzen-Strasse geführt. Das Gelände kann bis auf Traufhöhe des KG IV mit 1 Meter zurückgesetzten Fluchten entlang der Belfort- und Rempartstrasse bebaut werden, wobei die Dachlandschaft treppenartig mit Solarzellen versehen wird. Im offenen EG sollen Stände für Bouquinisten angelegt werden. Ein überdeckter Verbindungsweg führt vom Kollegiengebäude zur Mensa. Fahrrad-Abstellplätze werden in das direkt anfahrbare UG-Zwischengeschoss verlegt.
Der Fußgängerbereich soll über die Rempartstrasse bis zum Holzmarkt ausgedehnt werden. Als Abschluss wird dort der Justizturm (Schneckentor) und unter dem Holzmarkt eine Tiefgarage errichtet, die von der Luisenstraße angefahren wird.
14. Hochallee: Die Gebäude auf der Hochallee nehmen die alte Form der Bastion auf. Sie haben prismatische Glasdächer, um den bizarren Charakter der historischen Anlage aufzunehmen und bilden einen runden stufenartig abgesenkten geschützten Innenhof wie in einer Gartenwirtschaft, mit einem eingeschossigen Umgang, wo bei jedem Wetter Mahlzeiten im Freien eingenommen werden können. Die mauerartige Glasfassade entlang des Werderrings und an der Rempartstrasse nimmt die Traufhöhe der gegenüber liegenden Villen auf. Die Gebäude können der Erweiterung der Mensa ebenso wie der studentischen Selbstverwaltung (ASTA) dienen.
15.-17. Entlang des Werderringes prägen Villen mit kleinen Vorgärten den Straßenraum. Dazwischen schlängeln sich Geh- und Radwege, sowie die niveaugleiche Spur für Notfahrzeuge und Taxi. Die zweckentfremdeten alten Villen und Häuser sollen im Rahmen der Rückbesiedelung der Altstadt wieder als Stadthäuser mit Eigentumswohnungen verwandelt werden. Die Erschließung der rückwärtigen Quartiere erfolgt über die Wilhelm- und Gartenstrasse. ( Plan 12).
Der Straßenabschnitt wird durch den Uni-Turm begrenzt. Die Ein/Ausfahrten zur Wilhelm- und Gartenstrasse setzen neben der Notspur im Werderring an. Entsprechend dem Verkehrskonzept werden die Dreisam-Uferstraßen einspurig rückgebaut und dienen mit dem integrierten Parksystem nur der Zufahrt zu den Tiefgaragen und dem Zielverkehr im Quartier.
18. Die Uni-Erweiterung im Glacis-Viertel mit einem Hörsaalzentrum erhält eine Tiefgarage. Auch hier werden die umliegenden Villen und Wohngebäude von Fremdnutzung im Rahmen der Rückbesiedelung der Altstadt als Stadthäuser genutzt, während die jetzigen Nutzer im Uni-Turm und KG V Platz finden können.

So lobenswert die Auslobung dieses öfftl. Wettbewerbs ist, weil ein wichtiges städtebauliches Problem aus der Enge der Verwaltung heraus genommen und einer Auswahl von Fachleuten zur Lösung übergeben wird, so grundsätzlich ist die Zielrichtung des Wettbewerbes zu kritisieren. Setzt sie doch eine weitere Bevorzugung des zentralen Stadtkerns fort anstatt endlich eine ausgeglichene dezentrale Berücksichtigung der historisch gewachsenen Stadtteilzentren zu beginnen, wie ich sie unter dem Begriff 'demokratische Stadtentwicklung' der Verwaltung wiederholt vorgestellt habe. Hier wird erneut fragmentartig ein Teilbereich aus dem Stadtgefüge ausgeschnitten ohne vorher die Stadt als Gesamtheit zu definieren.
Der Wettbewerb greift tief in das politische Konzept des Städtebaues in Freiburg ein. Dies betrifft die nicht abgeschlossene Behandlung des so genannten 'Kleinen Flächenutzungsplanes', ohne dass gleichzeitig die Zielsetzungen des 'großen' Flächennutzungsplanes und des zukünftigen Generalverkehrsplanes mit der Führung der B31 (Stadttunnel) formuliert sind.
Ferner unterblieb bei der Vorbereitung des Wettbewerbs eine Beteiligung der Agenda 21, deren Grundsätze von Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Gemeinderat schon im Jahr 1996 beschlossen hatte.
In den Plänen fehlen Angaben über die Heranführung der Haslacher Stadtbahn von der Basler-Strasse zur Johannes-Kirche, ferner zu den Polizei-, Colombi- Rempart- usw. Garagen, ebenso wie über die Trasse und Anschlüsse des geplanten Stadttunnels im Bereich Schnewlin-Brücke.
Auch der Holzmarkt hätte in das Wettbewerbsgebiet um die Mensa/Rempart-Str. einbezogen werden müssen, berührt er an dieser Stelle doch die alternative Stadtbahnlinie von der Johannes-Kirche.
Die Forderung, zwei Varianten durch einen Verfasser vorzulegen ist nicht hinnehmbar. Wenn ein Teilnehmer überzeugt ist, dass nur eine Variante richtig ist, soll er nicht gegen sein besseres Wissen gezwungen werden eine zweite Variante ausarbeiteten, ohne die er sonst ausgeschieden wird. Damit wird auch ein Votum für die eine oder andere Variante verhindert.