Vision 2030

BR: BRÜHL- BEURBARUNG 2030

Grundlagen:

Der Stadtteil besteht aus den statistischen Bezirken Brühl-Güterbahnhof (231) und Industriegebiet (232) mit 7.062 EW (1961) bzw. 6.087 EW (2.000). Die Bezirke sind geteilt durch die Güterbahnlinie. Sie werden begrenzt im Westen durch den Mooswald, die Breisacher Bahn und die Gemarkung Gundelfingen, im Osten durch die DB-Bahnlinie, im Norden durch den Stadtteil Zähringen jenseits der Tulla-Str. und im Süden durch den Hauptfriedhof/Rennweg. Im Ostbezirk liegen zwischen ev. Thomas-Kirche an der Tulla-Str. und kath. Konrad-Kirche am Rennweg die kath. St.Elisabeth-Kirche und die Tulla-Schule. Entlang der Karlsruher- und Neunlinden-Str. ist Gewerbe angesiedelt, zwischen Komtur-Str. und DB-Bahnlinie liegt der VAG-Betriebshof, der zentrale Bereich wird dominiert durch das Gelände des Güterbahnhofs. Der westliche Bezirk umfasst das Industriegebiet Nord. Der Güterbahnhof wird an den neuen Gewerbepark auf dem ehemaligen NATO-Flugplatz Bremgarten verlegt, wo ein direkter Anschluss an die Rheintalstrecke möglich ist.

Die Bezirke liegen z.Z. an den DB-Bahn- und Güterbahn-Linien ohne ÖPNV-Haltestelle, die Breisacher-Bahn führt entlang des Flugplatzes. Die nächsten Haltestellen liegen in den Stadtteilen FR-Zähringen, FR-Herdern, FR-Neue Messe/ Uni und Mosswald. Die Stadtbahn-Linie 4 führt von Günterstal zur Hornus-Straße und die Buslinie 5 in das Industriegebiet. Von der Berliner Allee führt eine Straßenverbindung über die Hermann-Mitsch-Straße zur Mosswaldallee, und je ein Arm der B3 stadtwärts entlang der Karlsruher-Strasse, sowie stadtauswärts über die Zähringer-Str. Ausführungen siehe oben zu: Angewandte Planungsziele, Planungszeitraum 203048, Demokratische Stadtentwicklung, Integrierter NP-VEP 2030, Freiburger AGENDA 21: Leitziele des AK-Stadtentwicklung v. 5.3.2001

  • Vernetzung der Grünzüge: Mooswald/Flugplatz, Hauptfriedhof, Botanischer Garten, Eichhalde, Gewerbebäche.
  • Neue Techniken: Ökostrom-Bus (bei stufenweise Ausbau des VEP)
  • Straßennetz:
    • Geschlossene Systeme, fächerförmige Erschließung (Erhalt des Straßensystems, Neuordnung mit STVO)
    • Zufahrt zum Grundstück, Rückbau
    • 100 km/h Autobahn (A5, 6-streifig)
    • 75 km/h Bundes/Land/Kreis-Straßen
    • 50 km/h Alleen, Freiburger Allee
    • 25 km/h Quartierstraßen, Getrennte Fuß/Radwege
    • Straßenraum frei vom ruhenden Verkehr, Quartiergaragen
  • Büroturm:Stadtteil-Verwaltungszentrum

Brühl
Plan 16: Brühl

Planungszeitraum 2030:

Das DIFU hat den Wettbewerb "Stadt 2030" ausgeschrieben und deutsche Kommunen eingeladen, in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen Zukunftskonzeptionen und Leitbilder für ihre Stadt und Region zu formulieren, deren Perspektive über 3 Jahrzehnte reicht. Die Konzeptionen sollen visionären Charakter aufweisen und auch als Zielsysteme und Bewertungsrahmen für aktuelle politische Entscheidungen und Einzelplanungen dienen. Zu zeichnen ist ein Zukunftsbild der jeweiligen Stadt, nach dem die planerischen Schritte und politischen Verfahren bestimmt werden können, die zur Erreichung dieser Zukunft erforderlich erscheinen. Die Planungszeiträume der FNP'e von Freiburg sind zu kurz, um nachhaltige und zukunftsfähige städtebauliche und politische Konzepte zu entwickeln. Der AK-Stadtentwicklung der Freiburger AGENDA 21 haben Leitziele für die Stadtplanung erarbeitet die vom Freiburger Forum beschlossen wurden. Dabei sind die bürokratischen Einteilungen der Stadtteile des Amts für Statistik von der Bürgerschaft zu prüfen. Die Grenzen der Stadtteile begründen ihre Integrität, Identität und Ausstattung.

Verkehr:

Der Bezirk Brühl-Industriegebiet (West) wird von den Mooswald/Berliner- und Freiburger-Alleen erschlossen, der Bezirk Brühl-Güterbahnhof (Ost) erhält einen Anschluss an die Freiburger Allee am Komtur-Platz und ist zusätzlich von Süden über Anschluss Rennweg, von Norden über Anschluss Tulla-Str. zu erreichen. Das bestehende Straßennetz bleibt erhalten und wird ergänzt. Die fächerförmige Neuordnung wird mit Regelungen der STVO umgesetzt. Privatfahrzeuge gehören auf das Grundstück der Halter, oder werden in Quartiersgaragen abgelöst, um den ruhendem Verkehr vom öfftl. Straßenraum frei zu halten. Abgestufte Straßen werden zur Förderung der Wohnqualität in Promenaden, Spiel- und Grünzonen, Fuß- und getrennte Radwege rückgebaut.

Der Stadtteil Neu-Brühl:

Das etwa 40 Hektar große Areal der DB-AG wird aufgegeben. Als Ergebnis der Dialog-Werkstatt 4: Nord v.10/11.11.01 Gruppe 2: Brühl-Beurbarung Seite 8-11 stört die Bewohner (auszugsweise) der Lärm der Güterzüge, der Durchgangsverkehr, radfahrerfeindliche Ampeln, fehlende Grünphasen, Berufspendler, die Verkehrsachse Heinrich v. Stephanstr./Bismarkallee/Zubringer Nord, Lärm- und Umwelt- Belästigungen, fehlende Zielvorgaben, Grundlagen und Analysen für Gewerbegebiete, ein fehlendes Stadtteilzentrum, Grünzüge, keine bezahlbaren Wohnungen für junge Familien, eine unausgewogene Bewohnerstruktur (sozial, arm), bauliche Monostrukturen/ Bauruinen, fehlende Identität, Mischung von Wohnen und Arbeiten. Die Bewohner sehen auf dem Gelände Entwicklungschancen für ihren Stadtteil, mit stadtnahem Wohnen, Innenhöfen, Grünanbindung, Kinderspielplätzen, Begegnungsstätten, einem Markt, Verkehrsberuhigung mit ÖPNV-Anbindung, aber keine Verdichtung im Altbaubestand.

Städtebauliches Konzept:

Dem Konzept liegen weitgehend die Leitziele der Freiburger AGENDA 21 des AK-Stadtentwicklung, die Planungsziele (siehe oben) und die Ergebnisse der Dialog-Werkstätten zugrunde. Die vorhandenen Flächen sind etwa proportional dem FNP Entwurf 2010 der Stadt als Flächen für Wohnungsbau, Gewerbe, Gemeinbedarf, Sport/Grünanlagen und Gewässer ausgewiesen. Aus Gründen des Denkmalsschutzes bleiben das ehemalige Zollamt und das Betriebsgebäude der DB erhalten, der Baubestand der jetzigen Wohn- und Gewerbe-Bebauung wird wo nötig saniert und die Bewohnerstruktur ausgeglichen, die Gleisanlagen und Lagerhallen werden aufgegeben. Die ÖPNV-Erschließung des Stadtteils erfolgt über die Regiobahn-Haltestellen Brühl/Messe und Herdern, sowie die Haltestellen der Elt-Buslinien entlang der Kaiserstuhl- und Karlsruher-Str. Für die Kfz-Erschließung sorgen die Stadtteil-Anschlüsse der teilweise doppelstöckigen 50 km/h-Trasse der Freiburger Allee entlang der Grenze der Stadtteile Brühl-Beurbarung-Zähringen-Herdern mit Anschlüssen am Rennweg, Komtur-Platz, Tulla-Str./Bürgerhaus Zähringen und dem Anschluss Messe an der Berliner Allee. Von den Allee-Anschlüssen aus werden die Bezirke fächerartig über die bestehenden 25km/h-Lokalstraßen bis zu jedem Grundstück erschlossen. Getrennte Rad/Fuß-Wege mit Sitz/Spielnischen verbinden Bezirke und Stadtteile untereinander. Das vorhandene System von Bachläufen wird aktiviert und zur Verbesserung des Stadtteilklimas herangezogen (Beispiel: Institutsviertel).

Gewerbe:

Entlang der alten Güterbahnlinie entsteht neben den Gleisen eine Serie von mindestens 3-geschossigen umweltverträglichen Gewerbebetrieben mit Tiefgaragen, die mit Unterführungen von der Siemens-Str. angebunden sind, sie sind gegliedert durch Grünanlagen.

Gemeinbedarf:

Die bestehende DB-Betriebshalle wird generalsaniert und in ein erstklassiges Bürgerhaus mit Bereichen für eine Kommunales Kino und ein Jugendtreff, Vorhof und Vorfahrt umgestaltet. Nebenan werden die notwendige Grundschule und je ein Kindergarten/Hort im Pavillionstil errichtet, sowie ein Sportplatz angelegt. Etwas abseits ist eine Kneipe mit Biergarten vorgesehen. Das ehemalige Zollamt wird Zweigstelle von VHS, Abendgymnasium, Stadtbibliothek, Galerien usw. Anschließend entsteht die Stadtteil-Markthalle mit Super- und Bauernmarkt. Im Mittelpunkt des neuen Stadtteils erhebt sich ein 45 Meter hoher Turm mit Einrichtungen für Post, Polizei, Arztpraxen, Kanzleien, Büros und einem Aussichts-Restaurant.

Wohnen:

Den zentralen Bereich nimmt das Wohnen ein. Dieses besteht aus 2-6 geschossigen stufenartig von einem Grünzug / Bachlauf mit Wegen / Sitznischen / Spielzonen / Kiosken / Cafes ansteigenden Wohnbaugruppen aus Reihenhaus/Mehrgeschoss-Eigentums-Wohnungen in Skelettbauweise mit festen Installationszonen um variable Grundrisse/Größen zu ermöglichen und den Eigentümern die Möglichkeit für Eigenleistungen zu bieten. Die Wohnzeilen werden über Zufahrten zu Tiefgaragen erschlossen und enthalten zum Grünzug hin Gartenhöfe mit privaten Bereichen oder begrünten Dachterrassen. Durch die Mitte des Wohnbereichs führt ein durchgehender Nord/Süd-Grünzug zur Markthalle mit dem Bauernmarkt und dem alten Zollamt mit Gemeinschaftseinrichtungen. Das Areal des VAG-Betriebshofes wird ebenfalls für Wohnungsbau frei.


48 DIFU Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin, Wettbewerb 'Stadt 2030'
Interkommunaler Wettbewerb zur Erlangung visionärer Konzeptionen als Grundlage politischer Entscheidungen in der Stadtentwicklung
DESIGN und ONLINE CMS, ONLINE GmbH Freiburg