Vision 2030

MO: MOOSWALD

Mooswald
Plan 28: Mooswald

Die ersten Siedlerhäuser am Mooswald wurden 1932 errichtet und der Stadtteil in mehreren Bauabschnitten bis 1938 vervollständigt. 1944 sanken 80% der Siedlung durch einen Bombenangriff in Trümmer. Nach dem Wiederaufbau wurde durch den Bebauungsplan von 1967 die Erschließung und Verdichtung in den Gartenbereichen genehmigt61. Nach der Einteilung des Statistischen Amtes hat die Siedlung 2 Bereiche und je 3 Unterbereiche mit folgenden Einwohner-Zahlen am 1.1.2000. Diese Einteilung der Zugehörigkeit zum Stadtteil Mooswald sollten die Bewohner bestätigen.

Bereich Ausländer Deutsch Gesamt
5211 West 116 1160 1276
12 108 1500 1608
13 33 815 848
5221 Ost 137 1136 1273
22 244 780 1024
23 143 809 952
  781 6200 6981

Lage: Der Stadtteil liegt zwischen den Uni-Kliniken, der Albert-Ludwig-Universität, Fakultät für angewandte Wissenschaften und dem Flugplatz im NO, dem Flückiger-See im SO und dem Stadtteil Landwasser. Entlang des Flugplatzes führt die Breisacher-Bahn, zwischen Landwasser verläuft die Mooswald-Allee und zwischen den Kliniken die Berliner-Allee, das Sport- und Grün-Gelände mit dem Westbad und Sporthallen ist von der Ensisheimer-Straße erschlossen, der Stadtteil Betzenhausen ist über die Hofacker-Str. erreichbar. Im SO befindet sich die ehem. Artilleriekaserne und ein geschlossenes Gewerbegebiet, sowie im NO der Israelitische Friedhof, in der Mitte die Mooswaldhalle, die Wenzinger Realschule, das Wenzinger-Gymnasium, die Paul Hindemith-Schule und die ev. Markus-Kirche, im SW die Gerhard Hauptmann-Schule und die kath. Heilige Familie.

Bestand: Die Wohnbausubstanz besteht überwiegend aus 1 und 2-1/2 gesch. Familien- und Reihenhäusern auf kleinparzellierten Grundstücken, die Mischung ist nicht ausgeglichen. Es bedarf einer Untersuchung des Baubestandes, bevor strukturverbessernde Maßnahmen eingeleitet werden. Die Erschließung erfolgt bisher nach dem Gießkannen-Prinzip von den Alleen über die Elsässer-Str., über welche auch die Buslinie 12 führt. Für die 7000 wahlberechtigten Bürger des Stadtteils empfiehlt sich nach den Agenda-Leitzielen die AK-Stadtentwicklung, die Aufwertung seiner baulichen Stadtteilstruktur nach den Prinzipien einer 'Demokratischen Stadtentwicklung' zur Stärkung seiner Integrität und Identität.

Politisch: Die Bewohner bilden analog zur Stadt bzw. den Ortschaften einen Stadtteil-Rat. Dieser entscheidet über Angelegenheiten, welche den Stadtteil betreffen und vertritt sein Votum durch einen Vertreter im Gemeinderat (GR). In Angelegenheiten von Bau/Verkehr werden die Bürger von den Ämtern des DEZ IV (Stadtplaner, Tief/Hoch/Garten-Bau) und in allen weiteren Angelegenheiten von den Ämtern der DEZ II-III und V (Soziales/Umwelt/Finanzen) beraten. Die Leitlinien des AK Stadtentwicklung der Freiburger AGENDA 21 (Freiburger Forum v.5.3.01) dienen als Grundlage für die Entwicklung.

Innenentwicklung des Stadtteils statt 263 Hektar Flächenverbrauch:

Der Bebauungsplan von 1967 bewirkte eine Verdichtung der Monostrukturen des Stadtteils Mooswald. Es fehlt aber bis heute (I) eine ausgeglichene Struktur des Wohnens, (II) ein Stadtteilzentrum als städtebaulicher Mittelpunkt und (III) die Neuordnung der Erschließung mit ÖPNV und Straßenverkehr. Der Sektor Gewerbeflächen im SO ist ausgeglichen und erweiterungsfähig. Als Beitrag des Stadtteils Mooswald zur Vermeidung des weiteren Flächenverbrauchs (FNP 2010: 265 Hektar) könnte auf freiwilliger Basis mit Umlegung und einem 'Architektur-Wettbewerb für neue Formen von familiengerechten Wohnen' die Struktur ausgeglichen werden. Die Neubauten N/S orientiert (wie Israelitischer Friedhof)

I. Strukturverbesserung Wohnen

Ideenskizzen für Wohnheim-Baugruppen und Projekt Spittelacker62: Wo immer sich Wohnbau-Gruppen bilden, können auf freiwilliger Basis Doppelzeilen (bis zur Hälfte des Bestandes, max. 36 Grundstücke) Umlegungen durchführen und das neue Grundstück mit bis zu 72 WE bebauen (36 WE für junge Familien), bei vollem Erhalt der Grünflächen und erforderlichen Stellplätze in Sammelgaragen.

Architektur und Wohnen: Ausgewogene Mischung von Familien, Siegels, Migranten, Jahrgängen und Gruppen. Umnutzung im Bestand statt Verbrauch neuer Flächen. Ausweitung, Rückgewinnung/Vernetzung von Grünflächen, Gewässerschutz, Verbindung von emissionsfreien Werkstätten mit Wohnen. Flexibilität der Grundrisse, Vielfalt der Gestaltung, Verträglichkeitsprüfungen, Gründung von Baugenossenschaften zur Umlegung und Aufwertung von Grundstücken (Wertabschöpfung) für Baugruppen (Junge Familien, Senioren, Studenten, WG's usw.).

II. Stadtteilzentrum als städtebaulicher Mittelpunkt

Grünzug: Vom Seepark zum Flugplatz durchzieht eine Grünanlage die Mitte des Stadtteils. Mit vegetabilen Formen ziehen sich gegen Sonne/Regen überdeckte Wege durch die Parkanlagen (Beispiel Institutsviertel, Sitznischen, Bäche, Brunnen, Skulptur, usw.). Das Grüne setzt sich mit exotischen Pflanzen in den offenen Passagen des Supermarktes fort (Beispiel Bursengang). Die Grünflächen zwischen Hutweg und Falkenbergerstr. werden geöffnet und setzen den Park nach Norden bis in das Universitätsgelände der 15.Fakultät und den Rand des Flugplatzes fort.

Mooswald-Turmhaus: In der Mitte des Grünzuges entsteht an der Hauptachse des Stadtteiles das neue Stadtteilzentrum mit einem 30 Meter hohen von allen Stadtteilen sichtbaren Mooswald-Turmhaus zur Aufnahme des Bürgerbüros, öfftl. Zweigstellen (Post, Banken, Polizei, Arbeitsamt, Agenda usw.), privaten Einrichtungen (Kanzleien, Praxen, Agenturen, Filialen usw.), sowie zur Aufnahme zweckentfremdeten Wohnraums. In den Obergeschossen befindet sich ein Aussichts-Restaurant mit Überblick (Mooswald, Seepark, Flugplatz, Münster, Schwarzwald).

Einkaufszentrum: Zwischen den teilweise vorhandenen Läden des täglichen Bedarfs (Apotheke, Drogerie, Tante Emma, Cafe, Bookshop usw.) werden zu beiden Seiten der Elsässer-Str. überdeckte Passagen zwischen dem Supermarkt angelegt, der mit seinen offenen Grünpassagen den Grünzug von N/S durchgängig macht. Auf dem darüber liegenden Park/Lager/Dachgarten wird der Bauernmarkt angelegt.

Kulturzentrum: Das Fritz-Hüttinger-Haus wird als Bürgerhaus und Jugend-Treff weiter aufgewertet und durch ein Kommunales Kino ergänzt. Die Schulen werden für Zweigstellen der VHS, Stadtbibliothek, Galerien, Agenda usw. geöffnet.

III. Verkehr:

Stadt der kurzen Wege. Haltestelle der zweigleisigen Breisgau-Bahn möglichst im 5-Min.Takt direkt zu allen 28 Freiburger Stadtteilen und 14 Sondergebieten.

Das Straßennetz der Freiburger Alleen, Bundes/Landes/Kreis-Straßen wird als geschlossenes System mit Anschlüssen der Stadtteile ergänzt. Die vorhandenen Straßen werden kammartig aufgefächert und als geschlossenes System (25km/h) frei von Durchgangs- und ruhendem Verkehr, mit Wendeplatten, Sammelgaragen, wo immer möglich Straßenrückbau. In den Stadtteil fährt nur, wer dort wohnt und arbeitet, denn man kennt sich untereinander (soziale Kontrolle), Spielstraßen, Fußgänger- und Radwege.


61 Bergamelli, Lore Freiburg-Mooswald 1932-1982, Die ersten 50 Jahre: in Geschichte eines Stadtteils und eines Vereins; Hg: Bürgerverein Freiburg-Mooswald e.V. bei Franz Weis KG, S.13ff.
62 http://www.syndikat.org/  
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