V: VAUBAN
Plan 35: Vauban
Grundlagen: Das 34 Hektar große Gelände der Gemeinde St.Georgen wurde 1938 von der Stadt Freiburg annektiert und mit einer Kaserne bebaut. 1945 waren dort bis 1992 französische Streitkräfte stationiert, nach deren Abzug 1994 wurde das Areal für 40 Mio. DM von der Stadt gekauft. Ein städtebaulicher Wettbewerb sieht die Bebauung für 5.000 EW vor. Bauabschnitte:
Verkehr: Die Verkehrserschließung des neuen Stadtteils ist völlig ungelöst. Ein Anschluss an das BD-AG-Netz ist zwar möglich, wurde aber bisher nicht realisiert. Die Anbindung des ÖPNV über eine Querspange der im Bau befindlichen Haslacher Stadtbahnlinie steht in Konkurrenz mit 26 km Erweiterungsstrecken bis 2010 mit einem Volumen von 190 Mio. Euro Leine Vorstellungen gibt es zur Lösung des Straßenverkehrs auf der Merzhauserstrasse (L 122).
In der Stellungnahme AG 4.10 v.7.10.01 zur Drucksache G 01048 (Stadtbahn Vauban) heißt es: Die Stadtbahn Vauban ist im gültigen FNP '80 nicht enthalten. Der Plan greift dem Ergebnis des FNP 2010, dem neuen VEP und der neuerlichen Diskussion um die Führung der Stadtbahn Variante A oder B vor.
Als Ergebnis verschiedener Untersuchungen zur Anbindung des Stadtteils Vauban ist eine Stadtbahntrasse über die H.v.Stephan-Str. zum Bahnhof nicht erforderlich. Die ÖPNV-Anbindung der Stadtteile erfolgt in Zukunft über das privatisierte Netz der DB-AG im Bereich der Stadt Freiburg und seiner angrenzenden Gemeinden. Von seiner Haltestelle wird sodann die Linie zur Erschließung der Hexental-Gemeinden Merzhausen und Au in Richtung Süd zu führen.
Bauabschnitte: Die Kritik an der Behandlung des ehemaligen Kasernengeländes im "Kleinen" FNP von 1997 unter Ziff. 2.2.3 Siedlungszäsuren und Ziff. 2.3 Landschaftsplanung sowie Einzelpläne 2, wurden im Bebauungsplanverfahren erneuert. Der Bebauungsplan "Vauban" mit zwei Änderungen trat am 7.11.97 in Kraft. Durch eine dritte Bebauungsplanänderung für das ehemalige Sportgebiet wurde hier die Verwertung eröffnet.
Ziff.2.2.3 Siedlungszäsuren. Der größte Teil der im 'kleinen' FNP ausgewiesenen Flächen widerspricht flagrant den programmierten Zielen, eine bandartige Siedlungsentwicklung zu verhindern. Absolut negative Wirkungen rufen die Vauban-Flächen und die Vorgaben zum 'Alten Messplatz' hervor. Auf der einen Seite versagt das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde gegenüber einer Gemeinde wie Merzhausen, wenn es Bebauungen bis an die Gemeindegrenzen erlaubt, andererseits ist dies kein Alibi für die Stadt Freiburg das Gleiche mit dem Vaubangelände zu tun und dazu noch mit Maßnahmen, wie der Einführung eines zwangsweise Planungsverbandes zu drohen. Hier wirkt noch immer die expansive Politik von Stadtentwicklung der letzten Gebietsreform gegenüber den Anlieger-Gemeinden fort.
Ziff. 2.2.5 Es werden die Ziele des Landesentwicklungsplans im Regionalplan Südlicher Oberrhein erwähnt, sie führen jedoch nicht zu konsequenten Richtungsänderungen im 'kleinen' FNP oder der Stadtplanung, wie Siedlungsstopp im Westen, Ausbau der Stadtteilzentren, Hinterfragung des Tabus von Schutzgrenzen (wer soll geschützt werden) an den Hängen des Stadtwaldes, qualitätsvoller sozialer Wohnungsbau im Osten.
Ziff.2.3 Landschaftsplanung Hier wird deutlich wie die bisherige Stadterweiterung nach Westen an den Rand des Verträglichen führt und der 'Innenbereich' weiter zerstört wird, wo 'vergleichsweise geringe Eingriffe in Natur und Landschaft' doppelt letal sind. Statt die versiegelten 'anthropogen' überformten Flächen des Vaubangeländes, des Mess- oder Flugplatzes zurückzubauen, wird das eingetretene Übel als Rechtfertigung genommen, die betroffenen Gebiete nunmehr noch vollends zu bebauen. Die Stadterweiterung nach Westen hatte mit den FNP 1980 bereits die Grenzen des Zumutbaren überschritten und ein genereller Baustop im Westen notwendig war. (Siehe Bedenken und Anregungen zum FNP 1977/1979). Notwendig war hingegen die psychologische und politische Vorbereitung einer sanften Entwicklung mit sensiblen Planungen von gehobenem, gemischtem, sozialem Wohnungsbau in Siedlungszellen auf städtischem Boden in den östlichen Hanglagen. Verkehr: Die Verkehrserschließung des neuen Stadtteils ist völlig ungelöst. Ein Anschluss an das DB-AG Netz ist zwar möglich, wurde aber bisher nicht realisiert. Die Anbindung des ÖPNV über eine Querspange der im Bau befindlichen Haslacher-Linie steht in Konkurrenz mit 26 km Erweiterungsprojekten bis 2010 mit einem Volumen von 190 Mio. Euro. Keine Vorstellungen gibt es zur Lösung des Straßenverkehrs auf der (L 122) Merzhauserstrasse.
Zusammenfassung: Städtebauliche Vorzeigemodelle können nicht darüber hinweg täuschen, dass hier die an sich lobenswerte Umwandlung einer ehemaligen Kaserne in eine Wohnanlage stattfindet, indem die damit verbundene Verdichtung die wichtige Siedlungszäsur Schlierberg-Schönberg unterbricht und die Agglomeration Freiburg/Merzhausen erzeugt. Durch Ansiedelung einer zukunftsweisenden Solarsiedlung auf dem ehemaligen Sportgelände wird eine vorsätzlich nicht ausgewiesene Grünzäsur eines regionalen Grünzugs und einem Landschaftsschutzgebiet zerstört.
Die propagierte autofreie Zone Vauban mit einer lateralen überirdischen Solargarage wird unterlaufen, indem die Bewohner außerhalb des Baugebietes ihre PKW im öfftl. Straßenraum parken.