WI: WIEHRE 2030
Plan 37: Wiehre
Grundlagen
Der Ort Wiehre wurde bereits 1368 von der Stadt Freiburg erworben. Der Stadtteil besteht heute aus den vier statistischen Bezirken Ober-, Mittel- Unter-Wiehre Süd und Nord, mit einer Gesamtzahl 1961 von 27.278 EW. Im Jahr 2000 hatten die Bezirke Ober- (5.894 EW), Mittel- (4.171 EW), Unter-Nord (4.332 EW) sowie Unter-Süd Wiehre (7.018 EW) also noch insgesamt 21.415 EW und sind der Stadtteil mit der größten EW-Zahl.
Die Wiehre grenzt im Norden an die Dreisam, im Osten an den Alten Messplatz, im Süden und Westen an die DB-Strecken und den Stadtwald. Der Stadtteil wird im Osten von der B31 (Schwarzwaldstr./Tunnel), im Norden von der B31 (Dreisamuferstraße/später Stadttunnel, Ostspur) begrenzt, im Süden von den Landstraßen L 122 und L 124, sowie im Westen vom Süd-Zubringer der A5 mit der B3/B31 und dem Mittelzubringer B31A der A5 durchschnitten. Im Süden führt die Trasse der Höllentalbahn vom Alten Messplatz über den Wiehre-Bahnhof, durch den Sternwald- und Loretto-Tunnel über den Post- zum Haupt-Bahnhof, sowie je eine Linie der Stadtbahn nach Günterstal und Haslach (im Bau) und verschiedene Buslinien durch die Stadtbezirke.
Der Stadtteil hat auf seiner Gemarkung mit den Johannes-, der Christus- und St.Cyriak-Kirchen inmitten von Plätzen der Mittel-Wiehre drei historisierend bzw. historische Kirchen, sowie die Mariahilf-Kirche/Kapelle und Neuapostolische-Kirche, Franziskaner-Kloster. Zahlreiche Schulen (Loretto-, Lessing-, Luckner-Gewerbe-, Turnsee-, Thoma-, Mittermeier-), Gymnasien (Rotteck-, Eucken, Lycée Turenne), sowie die Freie Waldorfschule, Angell- und Montessori-Schulen, Landwirtschafts-Schule und öffentliche Einrichtungen (Bürgeramt, Stadthalle, Kommunales Kino, Max-Planck-Institut, Polizei-Direktion, Forstliche Versuchs/Forschungs-Anstalt), verschiedene Kindergärten und Horte, das Haus der Jugend, Loretto-Krankenhaus usw.
Angewandte Planungsziele, Planungszeitraum 2030, Demokratische Stadtentwicklung, 28 Stadtteile, 14 Gewerbegebiete, Integrierter FNP-VEP 2030
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Grünzüge:
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Dreisam-Uferpark, Gewerbekanäle, Gewässer
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Vernetzung der Grünzüge
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Alte Höllentalbahn, Grünzug Schön-/Schlierberg
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Neue Techniken: ICE, Elt-Bus-System, Minibus-System in Hanglagen
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Erneuerbare Energie: Wasserstoff-Brennzellen, Solar/Wasser/Wind-Strom
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Straßennetz:
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Geschlossene Systeme, fächerförmige Erschließung (Erhalt des Straßensystems, Neuordnung mit STVO)
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Zufahrt zur Garage, Rückbau
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100 km/h Autobahn,
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75 km/h Bundes/Land/Kreis-Straßen
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50 km/h Alleen, Freiburger Allee
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25 km/h Quartierstraßen, Getrennte Fuß/Radwege
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Straßenraum frei vom ruhenden Verkehr, Quartiergaragen
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Bürotürme: Aufnahme von zweckentfremdeten Wohnraum
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Grünzüge: Dreisam-Uferpark, Gewerbebäche, Gewässer
Die Gestaltung der Dreisam-Ufer nach der Fertigstellung des B31 Ost-Tunnels und des Stadttunnels berührt die Grundsätze einer Demokratischen Stadtentwicklung an der Nahtstelle der Zentralstadt (6.618 EW, Anfang '2000) zur Wiehre, dem größten benachbarten Stadtteil im Süden. Die Dreisam mit ihren Uferzonen ist eine markante Trennung und zugleich Verbindung von Altstadt und Wiehre. Durch den historisch auf das Stadtzentrum ausgerichteten Straßenverkehr wird die Wiehre von einer Verkehrslawine überrollt, insbesondere dem Osttransit-Verkehr vom Mittelzubringer (B31A) der A5 und des Südzubringers über die B3/K9853, sowie der Landtrassen aus dem Hexental (L122) und dem Schauinsland (L124).
Nach der Aufgabe der Idee einer 'ASS' auf der ehemaligen Höllentalbahn oder des Hirzbergtunnels wurde eine Tunneltrasse entlang der Höllentalbahn bis zum 'Alten Messplatz' geführt. Die als lokale Grünzüge ausgewiesenen Trassen wurden teilweise überbaut und der Transitverkehr entlang der Dreisamufer-Tunnel geplant. Der verbleibende Zielverkehr ins Stadtzentrum muss bereits in Kappel oder an der Kronenbrücke abbiegen und belastet weiterhin die Stadtteile.
Im Dialogverfahren zum FNP 2010 setzten sich mehrere Arbeitsgruppen und der AK-Stadtentwicklung der Freiburger AGENDA 21 für den Ausbau eines Dreisamufer-Parks ein. Der Plan sieht deshalb die Entkanalisierung der Dreisam durch geschwungene Ufer im Bereich der Gemarkung von Ebnet bis Lehen vor und die Errichtung von 2 Staustufen im Bereich zwischen Schwabentor- und Kronen-Brücke. Von den Brücken kann die Wasserkraft von Hochwasser als Spektakel beobachtet werden. Der Fluss wird im zentralen Stadtbereich ganzjährig bewässert und mit parkartigen Ufern als attraktive Freizeitanlage mit Bootssteg, Fischtreppen, Kanugassen, Wasserrädern zur Stromgewinnung, Liegewiesen usw. gestaltet. Durch eine separate Erschließung der angrenzenden Altstadt und Wiehre können die beidseitigen Ufer rückgebaut und mit Fuß/Rad-Wegen (getrennt) versehen werden.
Vernetzung der Grünzüge:
Alte Höllentalbahn
Die negativen Folgen kurzsichtiger FNP-Planungszeiträume zeigen sich in der Überbauung der Trasse der 'Alten Höllentalbahn' durch die Bauten der Freien Waldorfschule und zahlreicher Einrichtungen entlang der Urach-Strasse. Während jedoch die Waldorfschule mit dem Kindergarten einen genügend grünen Restraum behielt, sollten die Baracken zwischen 'Alten Wiehre-Bahnhof' und Kindergarten an die Peter-Sprung-Str. verlegt werden. Das Wasserschlössle, die Anlagen am Deichleweiher, sowie die der anschließende Mösle-Park sollte aufgewertet, die Franzosenschanzen sichtbar werden. Nach Westen sollten der Grünzug mit je einem Arm an den Kronenmühlen und Hölderle-Bach mit renaturierten Uferzonen, Rad/Fuß-Wegen (getrennt), Sitz/Spiel-Plätzen fortgesetzt werden.
Grünzug Schön/Schlierberg
Beginnend am nördlichen Fuß des Lorettoberges zieht sich eine markante Grünzone über Schlierberg/Wonnhalde, die Teiche der Bächelhursten, den Merzhausener Reichenbach, das Jesuitenschloss zum Schönberg hin. Durch die Bebauung bis an die Grenzen der Gemarkungen Freiburg/Merzhausen, insbesondere des Geländes der Vauban-Kaserne/Sportplatz ist die früher sichtbare Siedlungszäsur bedroht und der Ansatz zu einer Agglomeration im Hexental geschaffen. Hier ist gemeinsam mit dem Landkreis eine konsequente Renaturierung und Ausweitung der Grünflächen, Bach- und Gewässerufer geboten.
Neue Techniken, erneuerbare Energie:
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ICE: Die geplante Trasse der Rheintalbahn sieht die Führung einer 2-gleisigen Güterbahn entlang der 6-spurigen A5 vor. Dazu wird eine neue Güter-Transfereinrichtung für die Region Freiburg notwendig.
Sinnvoll ist dort auch die Anbindung des ICE-Fern/Schnell-Verkehrs, denn eine Hochgeschwindigkeitstrasse mitten durch reine Wohn/Gewerbe-Bebauung Freiburgs ist untragbar. Umso weniger weil das privatisierte Regionalnetz der DB-AG mit einer Vielzahl von reaktivierbaren Bahnhöfen und strategisch neu zu schaffenden Haltestellen das Rückrat eines neuen ÖPNV im Gebiet Freiburg und Umland bildet7. Die Dienstleistungen des heutigen HBF bleiben erhalten, seine Funktion wird jedoch auf die Haltestelle bei Freiburg-Landwasser übertragen, wo die Reisenden direkt in den Regional/Lokal-Verkehr umsteigen.
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Elt-Bussystem: Im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energiegewinnung (Solar/Wind/Wasser), der Wasserstoff-Brennzellentechnik und der Neuordnung des Verhältnisses von ÖPNV und MIV wird die bisherige häufig schienengebundene Technik von einem trassenfreien ÖPNV abgelöst. Auf unflexible Straßenbahnlinien mit Maxizügen wird eine neue Generation von flexiblem Elt-Bussen folgen. Diese können dem vorhandenen beengten innerstädtischen (Stadtteile, Altstadt) und dörflichen Straßennetz (Tuniberg/ Hochdorf/ Ebnet/ Kappel) angepasst operieren.
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Taxibus in Hanglagen: Die relativ dicht besiedelten Wohngebiete in Hanglagen entlang der Stadt (Zähringen, Herdern, Neuburg, Littenweiler, Günterstal, Lorettoberg usw.) werden an den ÖPNV angeschlossen und tragen zur besseren Nutzung bei.
Straßennetz:
Übergeordnetes Ziel ist es den Verkehr in den Nachbarschaften drastisch zu reduzieren und die Wohnqualität zu verbessern. Der Ziel/Quell-Verkehr nach/von Freiburg über die Bund-, Land- und Kreis-Straßen wird auf einem geschlossenen, km/h-abgestuften System direkt an die Stadtteile herangeführt. Dazu wird das bestehende Netz der Alleen durch die 'Freiburger Allee' vom Messplatz über den HBF bis zum Nord-Zubringer ergänzt. Jeder Stadtteil erhält einen Anschluss an eine fächerförmige Erschließung aller Grundstücke der Nachbarschaften und wird nur noch mit eigenem Verkehr belastet. Für die Wiehre sind folgende Anschlüsse vorgesehen:
| Alter Messplatz |
Oberwiehre |
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| Sternwald |
Mittelwiehre/Günterstal |
L 122 |
| Schlierberg |
Unterwiehre, Vauban/Hexental |
L 124 |
| BZ |
Unterwiehre/Gewerbegebiet Süd |
B3, K9853 |
| Kronenbrücke |
Dreisamuferzonen |
B31, Stadtunnel |
Das bestehende Straßennetz bleibt erhalten und wird ergänzt. Die fächerförmige Neuordnung wird mit Regelungen der STVO umgesetzt. Privatfahrzeuge gehören auf das Grundstück der Halter, oder werden in Quartiersgaragen abgelöst, um den ruhenden Verkehr vom öfftl. Straßenraum frei zu halten. Abgestufte Straßen werden zur Förderung der Wohnqualität in Promenaden, Spiel- und Grünzonen, Fuß- und getrennte Radwege rückgebaut.
Bedarfsgerechter/zweckentfremdeter Wohnraum, Neubaugebiete.
Durch aktive Wohnungspolitik kann die Abwanderung der Bevölkerung aus den Stadtteilen verhindert werden. Hierzu wird entsprechend des unterschiedlichen Generationenbedarfs die Umwandlung in flexiblen Wohnraum gefördert, um Familien in bestehenden Baustrukturen zu halten. Einrichtungen für Dienstleistungen, Büros, Praxen, Kanzleien usw. werden im Büroturm (15/15/45 m) als Mittelpunkt des Stadtteils angeboten um zweckentfremdeten Wohnraum frei zu machen. Der Wiehrebahnhof wird als Bürgertreff umgestaltet und die Haltestelle in den Sternwald-Tunnel mit Anschluss an die Stadtbahn-Linie 4 nach Günterstal/Horben verlegt. Im Bereich des heutigen Bahngeländes wird Geschoss-Wohnungsbau in Regie von Baugruppen angesiedelt. Das Straßenbahn-Depot an der Urach-Strasse wird Markthalle und Bauernmarkt. Mit Einführung des Elt-Bus-Systems wird die Günterstal-Straße zwischen Loretto-Strasse und Johanneskirche mit Arkaden und Pavillons als grüne Einkaufs-mall gefasst. Zwischen den Plätzen um die St.Cyriak-Christus-Johannes-Kirchen werden begrünte Fußwege angelegt. Die Grünanlagen um die öfftl. Gebäude, Schulen und Einrichtungen werden geöffnet und in Wegenetze von der Dreisam zu den Höllentalbahn-Loretto-Schlierberg-Grünzügen eingebunden. Ganztagsschulen werden zu Abendschulen für VHS, Senioren und Migranten usw. erweitert. Zwischen den Gleiskörpern der Höllental- und Haupt-Bahnlinie sowie H.v.Stephan-Str. wird Gewerbe angesiedelt.